Fliegeruhren

Fliegeruhren: Legenden, Klassiker und neue Helden

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Fliegeruhren prägen seit jeher das Image einer ganz bestimmten Art von Armbanduhr: meist recht groß, mit einigen nützlichen Zusatzfunktionen ausgestattet und nicht nur an den Handgelenken von Piloten vorzufinden. Ihr Potenzial wird zwar häufig nicht in vollem Umfang ausgeschöpft, der Charme dafür aber umso mehr geschätzt. Die „ideale Fliegeruhr“ richtet sich zwar stets nach dem individuellen Geschmack und sieht daher für jeden vermutlich anders aus, weshalb wir an dieser Stelle einen Blick auf echte Legenden, coole Klassiker und neue Helden der Aviatik werfen möchten. Hier kommen fünf etablierte Uhrenmarken, die einige beeindruckende Fliegeruhren in ihrem Sortiment haben.

Rolex: Im Dienste der Kosmopoliten

Vielflieger werden früher oder später bereits auf Uhren mit GMT-Funktion und dementsprechend auch über die berühmte „Pepsi“-Lünette in der markanten Farbkombination Blau und Rot gestolpert sein. Besagte Lünetten-Färbung ist inzwischen zwar von vielen Herstellern adaptiert worden, geht aber auf keine geringere Marke als Rolex und die GMT-Master Kollektion zurück. Mit den Serien GMT-Master und GMT-Master II definierte Rolex die GMT-Uhr neu und schuf ein ganz spezielles Bild davon, was eine solche Uhr können muss. Als unverzichtbares Accessoire für Reisende und Vielflieger ist sie robust, funktional und obendrein modisch genug, um sowohl zum bequemen Poloshirt mit Jeans als auch zum Anzug eine hervorragende Figur zu machen.

Wenn einem der Look der GMT-Master oder GMT-Master II jedoch zu sportlich ist, hat Rolex mit der Sky-Dweller Kollektion weitere interessante Modelle für Kosmopoliten in petto. Als das komplizierteste Modell von Rolex ist die Sky-Dweller exakt auf die Bedürfnisse von Vielreisenden abgestimmt und kommt neben einer zweiten Zeitzone und dem klassischen Datumsfenster auf 3 Uhr mit einem sogenannten Sarus-Kalender, der über die Stunden-Indizes den jeweiligen Monat anzeigt. Damit ist die Rolex Sky-Dweller zwar eher eine „Mitflieger-“ als eine echte Fliegeruhr, aber dennoch aus der First Class und den Privatjets dieser Welt kaum noch wegzudenken. Übrigens ist diese Uhren-Ikone bereits seit Jahren auch an den Handgelenken von Damen ein gern gesehenes Accessoire und vollends akzeptiert.

Breitling: Die Herren der Lüfte

Eines muss man den Konstrukteuren im Schweizer Ort Grenchen lassen: Fliegeruhren können sie. Wenn es um Fliegeruhren geht, darf der Luxusuhrenhersteller Breitling auf keinen Fall unerwähnt bleiben, denn viele der Uhren der Marke gelten als die unangefochtenen Platzhirsche in den Lüften. Von der legendären Navitimer bis hin zur neu aufgelegten Version der Chronomat, der Design-Leitsatz „Form follows function“ scheint im Fall der Uhren von Breitling mit einer äußerst maskulinen und souveränen Linienführung zu verschmelzen. Das Resultat ist bekanntermaßen brillant, denn sowohl die Zeitmesser der Breitling Navitimer- als auch die der Chronomat-Kollektion waren einst unverzichtbare Messinstrumente für Piloten. Mit ihnen wurden während des Fluges wichtige Berechnungen zur Positionsbestimmung, Geschwindigkeit oder der verbleibenden Reichweite des Treibstofftanks erledigt.

Ihre treuen Dienste über den Wolken belohnt Breitling mit regelmäßigen Neuerungen, weshalb man sowohl als Vintage-Fan als auch als Freund neuester Technologien das passende Modell innerhalb der zahlreichen Kollektionen finden wird. Erst 2020 bekam beispielsweise die Breitling Chronomat B01 Kollektion eine Neuauflage des ikonischen Rouleaux-Bandes verpasst und ist zudem in den Größen 32 mm, 36 mm und 42 mm erhältlich, weshalb nicht mehr nur Männer, sondern auch Frauen den Charme der Fliegeruhr genießen können, ohne dabei eine zu klobige Uhr am Handgelenk fürchten zu müssen.

IWC: Uhren für „große Piloten“

Mit den Modellen der Big Pilots Kollektion begeistert IWC bereits seit fast einem Jahrhundert Berufsflieger wie auch private Freunde der Aviatik. In den Ausführungen als große Chronographen lassen sich, ähnlich wie mit den Breitling Chronomat Modellen, schnell wichtige Berechnung durchführen. Hinzu kommt das maskuline Auftreten, dass die Uhren von IWC nicht nur in den Cockpits eines Airbus glänzen lässt, sondern auch zum legeren Look bei Afterwork-Drinks an der Bar eine sehr gute Figur macht.

Der Clou an den Big Pilots Uhren von IWC ist das bereits erwähnte Erscheinungsbild. Sowohl die großen Chronographen als auch die Beobachtungsuhren der Kollektion lassen durch Designelemente wie die prominente Zwiebelkrone und gut ablesbare Zifferblätter keinerlei Zweifel an ihrer Funktionalität aufkommen. Diese hochwertigen Armbanduhren werten nicht nur jede Uniform auf, sondern können durchaus auch zum Anzug funktionieren und stehen dabei für Stilbewusstsein und Erfolg. Dennoch müssen wir uns an dieser Stelle die Frage stellen, warum es noch keine Big Pilots Uhr für Frauen gibt? Mal ganz ehrlich: Braucht es denn wirklich eine? Wenn man sich als Frau in einer männerdominierten Welt wie dem Berufsfeld der Piloten bewegt, kann man mit einer Herrenuhr am Handgelenk durchaus ein Statement setzen. Zudem sind Herrenarmbanduhren an den Handgelenken von Frauen schon längst etabliert und daher keine Seltenheit mehr. Für Personen mit schmaleren Handgelenken sollte lediglich ein etwas kleinerer Durchmesser in Betracht gezogen werden. IWC bietet hier zum Beispiel mit der Pilots Watch Automatik Spitfire eine 39 mm messende Uhr, die für schmalere Handgelenke bestens geeignet ist und sich vor den größeren Modellen der Marke nicht zu verstecken braucht.

Fortis: Die Fliegeruhr für Profis

Experten wissen, dass es nicht immer auf die besonders großen Namen und Marken ankommt. Bei Fortis handelt es sich zwar um eine etablierte Uhrenmarke, doch gehört das Rampenlicht ganz klar anderen Herstellern. Uhren von Fortis gehören aber zweifelsohne ebenfalls zur Crème de la Crème der Uhrenbranche und waren mit dem russischen Raumfahrtprogramm sogar bereits im All.

Die Fortis Aeromaster Kollektion beinhaltet daher Uhren, die insbesondere für professionelle Flieger geeignet sind. Der Charme vergangener und glorreicher Zeiten kombiniert mit hervorragender Verarbeitungsqualität und brillantem Savoir-faire lässt die Modelle der vielfältigen Serie zum perfekten Accessoire für Piloten und Pilotinnen werden.

Während Modelle wie die Fortis Aeromaster Old Radium Chronograph mit 42 mm Durchmesser eher Vintage-Fans begeistern dürfte, ist die ebenfalls 42 mm messende Aeromaster Professional Chronograph Alarm für echte Profis auf ihrem Gebiet entwickelt worden. Auch im Falle der Armbanduhren von Fortis sollte kein Unterschied zwischen den Geschlechtern gemacht werden, weshalb sich für schmalere Handgelenke vor allem die Fortis Pilot Classic Date mit einem 40 mm Gehäuse empfiehlt. Aufgrund der fehlenden Chronographen-Komplikation ist diese Beobachtungsuhr weniger massiv und ist daher auch für schlanke Handgelenke passend.

Bell & Ross: Zeit, ein Statement zu setzen

Bevor Enttäuschung aufkommt, eines vorweg: Auch im Falle der Uhren der Pariser Luxusuhrenmarke Bell & Ross gibt es keine explizit als Herren- oder Damenuhren ausgewiesenen Modelle, sondern einfach nur Fliegeruhren für Aviatik-Begeisterte – ganz egal welchen Geschlechts. Dementsprechend sind Modelle wie die BR 03-92 Ceramic an die Bordinstrumente eines Flugzeugs angelehnt und definieren so den Begriff der Fliegeruhr gänzlich neu. Sollte die 42 mm große, eckige Gehäuseform dieser sportlichen Kollektion am Kautschukband den persönlichen Geschmack nicht ganz treffen, dann bietet Bell & Ross mit der V2-92 Steel Heritage zum Beispiel einen klassischen Chronographen am Edelstahlarmband mit 41 mm Gehäusedurchmesser. Für schmalere Handgelenke bietet sich hingegen die V1-92 Black Steel als klassische Dreizeigeruhr mit 38,5 mm Durchmesser an. So überzeugt der Pariser Uhrenhersteller allein in seiner Fliegeruhren-Kollektion bereits mit einer großen und vielfältigen Auswahl, dank der für so ziemlich jeden Geschmack die passende Armbanduhr zu finden ist.


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