Connected Cars

Connected Cars: Digitale Kommunikation auf Rädern

© Porsche

Die Monitore in unseren Autos werden größer, die Zahl an Sensoren wächst ständig und die Kommunikation zwischen Smartphone und Automobil war noch nie so intensiv. Connected Cars sind ein Mega-Trend und ein Ende der Entwicklung ist noch lange nicht in Sicht. Was kommt da auf uns zu?

Der Reifen meldet sich. Sein Profil ist nicht mehr perfekt und die Spur müsste dringend überprüft werden. Das Fahrwerk hat den Zustand der Fahrbahn gecheckt. Jede Menge Schlaglöcher voraus und der Wagen zwei Kilometer vor uns schickt eine Nachricht. Ölspur in der Linkskurve. Vorsicht. Das alles klingt nach Sience Fiction und es ist doch Realität. Autos sind neugierige, geschwätzige Maschinen und die Reifenindustrie, allen voran Pirelli, baut Chips in den Gummi, auf das der Pneu uns mit wichtigen Informationen füttert. Es wird laut und informativ in unseren Wagen. Und wir werden, ob wir wollen oder nicht, die Gespräche der Maschinen aufzeichnen und empfangen.

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© Volvo

Connected Cars: Mit dem Schlüssel fing alles an

Der kleine Schlüssel mit Bart und Kunststoff-Knubbel wurde rasiert. Der Bart verschwand, dafür wuchs der Knubbel, weil man in sein Inneres eine Batterie, einen Funksender plus einen Empfänger einbaute. Der Autoschlüssel ist kein Schlüssel mehr, er ist Fernbedienung und Datenträger. Er kommuniziert mit dem Auto und das drahtlos. Der erste Schritt zum Connected Car war geboren.

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© Oasis

Dann kam das Smartphone an die Reihe. Als Schlüssel-Knubbel-Ersatz. Per Datentransfer kann das Auto geöffnet, geschlossen, geheizt, gelüftet und beobachtet werden. Der zweite Schritt ist getan. Der nächste Schritt führt weg vom Auto. Die App auf dem Handy liefert eine Navigation bis zur Haustür. Vor der Fahrt wird die Naviroute am Heimrechner gespeichert, in die Cloud gelegt, zum Handy geschickt und dann direkt ins Auto gesendet. Die Fahrt führt zum Parkplatz direkt beim Ziel, aussteigen, das Handy führt den Fußgänger direkt vor die Haustür. Der Parkplatz wird per App bezahlt und wurde vorher auch über die App gefunden. Fertig. Alles digital, alles per Funk.

Musik, Nachrichten, Mails, Notruf, Fahrzeugdaten, Navigation, Video-Streaming, Car-to-Car, automatisiertes Fahren. Alles ist schon heute machbar. Per App und Smartphone. Neue Autos werden mit immer mehr Sensoren bestückt, die Leistung der Antennen wächst, die Leistung der Autobatterie ebenfalls. Weil es neue Aufgaben gibt.

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© Pirelli

Connected Car: Der Monitor wächst

TV im Auto? Früher Luxus, heute eine Nebensache. Mit wachsenden Aufgaben, wächst der Monitor. Touchscreen, weil man das vom Handy kennt und schätzt. Apple CarPlay, die digitale Kopie des Handy-Monitors. Mit den bekannten Symbolen, Icons genannt. Das gleiche gilt für Android Auto. Beide Systeme verbinden Smartphone und Auto. Auch das ist heute nahezu Standard. Man steigt ein, verbindet das Handy per Bluetooth mit dem Fahrzeug und dann erscheint auf dem Auto-Monitor die kleine Familie der Icons. Musik, Navi, Mail. Nachrichten, Browser und so weiter. Beim E-Auto kommen noch die Daten zum Ladezustand, der Reichweite und den Standorten der nächsten Ladestationen hinzu. Es geht auch immer um den Nutzen plus Vergnügen. Einfach muß es sein und übersichtlich. Viele Knöpfe verschwinden im Monitor.

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© Daimler

Heute ist vieles normal. Die Verknüpfung Auto und Handy. Bald kommt eine dritte Verbindung hinzu. Die Cloud. Eine Festplatte irgendwo. Einige Hersteller und Zulieferer arbeiten schon daran. Volkswagen, Bosch, BMW, Mercedes und so weiter. Daten werden dort gespeichert und ausgewertet. Wenn der Motor demnächst mal wieder einen Check braucht, meldet sich die nächste Werkstatt. Sie kennt den Wagen besser als der Besitzer. Er kennt den Kilometerstand, das Profil der Reifen, den Durchschnittsverbrauch und so weiter. Das klingt bequem, kundenfreundlich und auch beängstigend. Denn wer möchte seinen Werkstattmeister ständig auf dem digitalen Beifahrersitz sehen. Und direkt dahinter den Mitarbeiter der Autoversicherung, der sich Notizen über die Fahrweise macht. Die nächste Prämienberechnung kommt bestimmt.

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© BMW

Connected Cars: Worauf können wir uns freuen?

Frank Rinderknecht aus der Schweiz ist ein Tüftler und Denker. Er hat zur CES in Las Vegas einen Wagen gebaut, der mit Blumenkübel, Internetzugang und automatisiertem Fahren eine Vision auf die Räder gestellt, die uns zum nachdenken anregen kann.Das Auto als Dienstleister, per App bestellbar, ohne Chauffeur, immer zu Diensten aber so unpersönlich wie eine Telefonzelle. Volvo und andere Hersteller wollen den leeren Kofferraum als Ablage für Pakete nutzen. Natürlich per App steuerbar. Der Zusteller öffnet und schließt den Kofferraum per Smartphone. Dass man auf den hinteren Sitzen bald ruckelfrei Videos per Streaming anschauen kann, ist bei BMW schon inklusive. Dank der Kooperation mit Amazon. Das Thema Infotainment rollt weiter.

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© Honda

Und dann ist da noch der Name Tesla. Der kalifornische Hersteller ist schon seit einigen Jahren Vorreiter bei Connected Cars und legt auch in Sachen autonomes Fahren vor. Seine Fahrzeuge sind komplett und rund um die Uhr online. Sobald eine neue Steuersoftware oder eine neues Feature zur Navigation oder zum automatisiertem Fahren fertig programmiert wurde, sendet Tesla die Software direkt ins Fahrzeug. Dieser Service wird bald zum Standard gehören, andere Hersteller arbeiten daran und wir steigen morgens ins Auto und fragen uns, ob wir im gleichen Fahrzeug sitzen wie gestern.


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