Autonomes Fahren

Autonomes Fahren: Nur Fliegen ist schöner

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Vom Spurassistenten bis zur Einparkhilfe: Autofahren soll dank Technik immer sicherer gemacht werden. Und auch vollständig autonomes Fahren ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Dabei legt vor allem die US-amerikanische Marke TESLA vor. Doch bis zur Serienreife muss noch ein langer Weg zurückgelegt werden …

„Die weltweite Nachfrage nach Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht überschreiten – allein schon aus Mangel an verfügbaren Chauffeuren.“ Diese grandiose Fehleinschätzung lieferte vor über 100 Jahren kein Geringerer als Gottlieb Daimler, einer der führenden Pioniere der Automobilindustrie. Bei über 1,2 Milliarden Autos, die es heute weltweit gibt, erheitert diese Aussage ungemein, zumal fast alle Fahrzeuge heute nicht von einem Chauffeur, sondern von ihren Besitzern selbst gefahren werden. Allerdings macht auch die Technologie diesen Beruf mittlerweile komplett überflüssig: Autonomes Fahren heißt das Zauberwort und ist keine Vision von Daimlers berühmtem Zeitgenossen, dem Visionär Jules Verne, sondern entstammt der Gegenwart.

Federführend ist hier die US-amerikanische Marke TESLA, die dabei ist, den Automarkt zu revolutionieren: Ein Elektroauto mit einer akzeptablen Reichweite, Komfort und ansprechendem Design, einer Beschleunigung von null auf 100 in drei Sekunden sowie einer Höchstgeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern – das war vor wenigen Jahren noch absolut undenkbar.

autonomes Fahren

Im Mittelpunkt der Technik des autonomen Fahrens steht ein Autopilot, der dem Fahrer ein Plus an Sicherheit geben so

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Der Fahrer fühlt sich als Pilot

Aber nicht nur die Beschleunigung vermittelt dem Fahrer das Gefühl, in einem Flugzeug zu sitzen, das gleich abhebt. Schalter, Knöpfe und Displays umgeben den Fahrenden, der sich wie ein Pilot im Cockpit fühlt. Weitere Parallelen zum Fliegen fallen auf, vor allem die Gemeinsamkeit zwischen autonomem Fliegen und autonomem Fahren.

Was in der Fliegerei schon lange Standard ist, erhält auch beim Fahren eine immer größer werdende Bedeutung. Im Mittelpunkt der Technik steht ein Autopilot, der dem Fahrer ein Plus an Sicherheit geben soll. Dabei ist autonomes Fahren auch auf Interaktion ausgelegt. Der Fahrzeugführer ist weiterhin für sein Auto verantwortlich und muss jederzeit bereit sein, das Steuer zu übernehmen.

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Kombination aus Kameras, Radar, Ultraschallsensoren und Navigationsdaten spielen beim Autopiloten die tragenden Rollen.

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Die Aufgaben des Autopiloten sind komplex. Er kann mithilfe einer Kombination aus Kameras, Radar, Ultraschallsensoren und Navigationsdaten automatisch über die Straßen steuern. Dabei passt er selbstverständlich die Geschwindigkeit dem aktuellen Verkehr an. Auf ein Antippen des Blinkerhebels übernimmt er sogar den Spurwechsel. Die Instrumententafel zeigt eine visuelle Darstellung der Straße. Sie gibt dem Fahrer Informationen, die das Fahrzeug für Funktionen wie Spur- und Kollisionswarnung, Toter-Winkel-Assistent, den verkehrsadaptiven Tempomat und die Lenkautomatik nutzt.

Aber nicht nur die Geschwindigkeit und das Lenken werden vom Autopiloten ausgeführt, auch beim Einparken unterstützt dieser den Fahrer. Das Fahrzeug kann selbstständig parallel oder rechtwinklig einparken – Stress beim Einparken gehört damit der Vergangenheit an. Sobald die Einparkautomatik aktiviert ist, beginnt sie mit dem Einparkvorgang, indem sie Lenkwinkel und Geschwindigkeit des Fahrzeugs steuert. Sogar die Garagentür wird für den Fahrer geöffnet, wenn er nach Hause zurückkehrt. Dort kann das Fahrzeug selbstständig in die Garage fahren – und natürlich auch wieder heraus.

Autonomes Fahren auch im Transportwesen

Aber die Entwicklung des autonomen Fahrens geht nicht nur im herkömmlichen PKW-Segment schnell voran, sondern auch im Personen- und Gütertransport. So hat das weltweit führende Taxiunternehmen Uber mit der Firma Ford eine Smartphone-App für autonomes Fahren entwickelt, dank der sich ausgewählte Kunden mit einem selbstfahrenden Taxi durch Pittsburgh chauffieren lassen können. Wenn Uber es vor der Autoindustrie schaffen sollte, die Technik für selbstfahrende Autos zur Marktreife zu führen, würde das Unternehmen damit Konzerne wie General Motors, Volkswagen oder Toyota in ihrem Kerngeschäft vorführen. Mittlerweile sind autonom fahrende Lastwagen sogar ein Thema für Autokonzerne und Spediteure gleichermaßen. Allerdings hätte eine flächendeckende Ausbreitung dieser Technologie auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Kritiker sind sogar der Meinung, dass bei einer rasanten Entwicklung in zehn Jahren keine Lkw-Fahrer für Langstrecken mehr benötigt würden.

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So könnte der Autopilot aussehen: Doch noch ist autonomes Fahren nicht serienreif.

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Autonomes Fahren: Die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen

Was in luftigen Höhen schon seit Jahrzehnten üblich ist macht sich also auch immer mehr auf den Straßen breit. Allerdings ist die Entwicklung der Technologie noch lange nicht abgeschlossen. Da mitunter Straßenmarkierungen fehlen oder durch Hindernisse wie Laub und Schnee bedeckt sein können, sind autonome Fahrzeuge auf extrem genaue Positionsdaten angewiesen. Die Entwicklung des autonomen Fahrens ist dennoch nicht aufzuhalten. Elon Musk, der Gründer von TESLA, ist optimistisch: „Langfristig gesehen wird es in den meisten Autos gar kein Lenkrad mehr geben – das wird man extra bestellen müssen.“


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