Sygns Gründer

Sygns: Nils Lehnert im Interview

© sygns

2014 ging in Berlin ein Licht auf – das Neon-Licht von Sygns. Damals nämlich gründeten die Studenten Nils Lehnert, Max Elverfors und Anthony Genillard (im Bild: von links nach rechts) ihr Startup. Die Idee: Bezahlbare Lichtinstallationen für das Wohnzimmer. Mittlerweile haben die Gründer ein ganzes Team um sich gesammelt. Sygns befindet sich auf dem besten Weg zum etablierten Berliner Unternehmen. Im Gespräch spricht Nils Lehnert über sein Geschäftsmodell, Berlin als Standort und Startfinanzierung… 

TFT: Herr Lehnert, wie laufen die Geschäfte?

Nils Lehnert: Gut! Wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass jemand hier „Geht So“ antworten würde. Wir sind mit unserem bisherigen Verlauf sehr zu frieden. Wir blicken auf ein ereignisreiches Jahr zurück in dem unser Start-up deutlich gewachsen ist. Gerade haben wir unsere neue Marke Kiën auf Kickstarter, einer Crowdfunding-Plattform, gelauncht. Mit Kiën und zahlreichen Projekten in unserem Kerngeschäft wird es uns erst mal nicht langweilig.  

Wie hatten Sie die Idee zu sygns?

Durch Eigenbedarf: Wir wollten eine Neon-Installation für unsere neue Wohnung kaufen, sind aber von den horrenden Preisen in Galerien geschockt worden. Also haben wir uns auf den Weg gemacht, einen der letzten Glasbläser in Deutschland in seiner Werkstatt zu besuchen. Dort haben wir festgestellt, dass er für genau die Galerien produzierte, die wir wenige Wochen vorher besucht hatten. Wir waren fasziniert von dem raffinierten Handwerk und der vielfältigen gestalterischen Möglichkeiten von Neon, und wollten unbedingt so vielen Menschen wie möglich den Zugang zu Neon als Medium verschaffen. So ist sygns entstanden. 

Wie genau ist das Geschäftsmodell aufgebaut?

Unser Kerngeschäft ist die Produktion und der Vertrieb von Neon- Lichtinstallationen. Wir sind sowohl reiner Dienstleister, wenn es um die Umsetzung von Ideen unserer Kunden geht, als auch „Full-Service-Provider“, der ganzheitliche Lösungen anbietet, inklusive kreativem Input, Beratung, Produktion und Montage. Wir machen es den Leuten einfacher, und verbinden das traditionellen Handwerk mit einer zeitgenössichen „User Experience“. Bei uns können sie zu Hause einfach  unseren Konfigurator anwerfen  und sich ihre Neon Arbeiten selbst entwerfen. Alles, was technisch realisierbar ist, machen wir möglich.

Wie viele Leute arbeiten heute in Ihrem Team?

Wir kommunizieren keine wettbewerbsrelevanten Zahlen.

Sie sind immer noch sehr jung: Hatten Sie den Erfolg ihres Produkts so vorhersehen können?

Neon erlebt eine kleine Renaissance in der Design– und Kunstwelt, und sticht als einziges, handgemachtes Medium mit unverwechselbaren Leuchten aus der Masse heraus. Wir möchten helfen, diese Nische etwas auszuweiten. Wir haben gehofft, noch weitere Menschen für das Thema zu begeistern!

Berlin gilt auch als Start-up-Hauptstadt – Was glauben Sie warum so viele Gründer nach Berlin kommen?

Berlin ist der gründerfreundlichste Ort in ganz Deutschland mit strukturellen Vorteilen: Netzwerk von „Young Talents“, praxisbezogene Universitäten und einen unschlagbaren Lebensstandard. Das Nachtleben in Berlin kann auch Spaß machen.

Inwieweit inspiriert die Stadt ihre Arbeit?

Für die Kunst- und Kreativszene, mit der wir gerne zusammenarbeiten ist Berlin ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt. So finden auch urbane Motive aus der Großstadt Einzug in unsere Arbeit.

Können sie anderen jungen Gründern einen Tipp mit auf den Weg gehen?

Man braucht keine riesige Startfinanzierung um ein Projekt ins Rollen zu bringen. Es gibt genug andere Anreizsysteme. Ehrlichkeit zu Mitstreitern und eine faire Gewinnbeteiligung im Projektverlauf sind sehr starke Motivationsmechanismen.

Wohin geht es mit sygns als nächstes?

Wir sind gerade mit unserem neuen Projekt Kiën live gegangen. Das erste Produkt, Licht 1, soll vom Design an die pure, reduzierte Neon Röhre erinnern. Die Technologie und Verarbeitung ist jedoch zeitgenössisch – so sorgen hochleistungsstarke LEDs für eine hohe Lichtausbeute und Kategorie-führende Lichtwerte. Das Gehäuse ist in Beton, Aluminium und Holz erhältlich. Zusätzlich vertrauen wir auf  Produktionsprozesse der Industrie 4.0 – wie 3D Druck oder additives Drehen von Holzröhren. Es ist unsere Intention, neben dem dekorativen Neon, ein zweites Standbein im funktionalen Lichtmarket aufzubauen.

 

 

Hier geht es zur Kickstarter-Kampagne von sygns. 


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