Astrid Schweden Gründerin

Estrid aus Schweden: Im Interview mit Gründerin Amanda Westerbom

Das junge Label Estrid aus Schweden will den Rasierermarkt revolutionieren. Ein ambitioniertes Vorhaben – denn Hands aufs Herz: Auf dem Rasierermarkt hat sich in den letzten Jahrzehnte kaum etwas getan, außer vielleicht die Philosophie des „Mehr“. Mehr Klingen, mehr Flexibilität, mehr Hautpflege. Welchen (durchaus interessanten Ansatz) Estrid hingegen verfolgt, erklärt uns eindrucksvoll die smarte Gründerin Amanda Westerbom im Gespräch mit THE FREQUENT TRAVELLER.

Liebe Amanda, bitte beschreibe Estrid in drei Worten für uns!

Selbstliebe, Gemeinschaft und Akzeptanz.

Estrid Interview Marke Schweden

Was macht Eure Rasierer letztendlich besonders?

Der Griff unseres Rasierers besteht aus Stahl und wurde sorgfältig entworfen, um genau der Art und Weise zu entsprechen, wie sich Frauen rasieren. Der Griff ist ergonomisch geformt und rutscht bei Nässe nicht aus der Hand. Ein hübsche Wandhalterung gibt’s ebenfalls, so dass der Rasierer nicht einfach nur auf dem Badewannenrand liegt.

Wir sind eine vollständig vegane Alternative zu den herkömmlichen Produkten auf dem Markt. Unsere Gleitstreifen enthalten im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern kein Lanolin oder Glycerin. Wir haben dafür gesorgt, dass zwischen unseren Klingen so viel Platz wie möglich ist, damit Rasierschaum, Haare usw. nicht hängen bleiben. Außerdem haben unsere Wechselköpfe abgerundete Ecken, damit man auch etwas engere Stellen gut erreicht.

Ein Teil jedes Einkaufs spenden wir an unsere an unsere Charity Partner, die sich für die Rechte von Frauen einsetzen (in Deutschland arbeiten wir mit Terre Des Femmes und in Schweden mit Kvinna bis Kvinna zusammen). Schließlich wird das alles zu einem fairen Preis, direkt nach Hause in den Briefkasten geliefert .

Estrid Interview Marke Schweden

Was war die größte Herausforderung für Dich seit Gründung des Unternehmens?

Loslassen. Ich denke, Unternehmer*innen neigen zu dem Glauben, dass sie alles können. Und diese Einstellung ist wahrscheinlich auch erforderlich, um ein eigenes Unternehmen zu gründen. Daher mag die Überzeugung zu Beginn eine gute Sache sein. Wenn aber alles erstmal Lauf genommen hat, muss man auch lernen, die Dinge loszulassen, in denen man nicht besonders gut ist. Damit man sich auf die langfristige Vision konzentrieren kann. In diesen Monaten seit unserem Launch habe ich gelernt, der Versuchung zu widerstehen, alles selbst zu tun. Stattdessen habe ich Zeit darin investiert, großartige Mitarbeiter*innen zu finden (was uns bei Estrid tatsächlich gelungen ist!). Apropos Zeit, es würde mir nichts ausmachen, wenn jeder Tag ein paar Stunden mehr hätte. Es gibt einfach immer so viel, was man gerne machen würde!

Wo geht die Reise mit Estrid hin? Wo steht ihr in 5 Jahren?

Wir sind im Moment auf einer 24/7 Mission Estrid zu der emotional resonantesten Marke der Welt zu machen und hoffen, dass wir diesem Ziel in fünf Jahren noch näher gekommen sind. Wir werden noch weitere vegane Produkte auf den Markt gebracht haben, die ebenfalls zu 100% cruelty-free sind und ein paar tolle Design-Kooperationen umgesetzt haben. Vor allem aber werden wir weiterhin so viel Freude wie möglich durch die Sprache der Selbstliebe verbreiten.

Frauen und Business: Was gebt ihr anderen Gründerinnen auf den Weg?

Mein bester Ratschlag für alle, die ein eigenes Unternehmen gründen möchten: Habt eine Langzeit Vision.  Und es braucht Zeit, etwas Neues aufzubauen (und zu lernen). Ich möchte alle Gründer*innen daran erinnern, dass man nicht alles selbst wissen muss, solange man Menschen finden kann, die ein anderes Skill-Set als man selbst haben – und mit ihnen zusammenarbeiten kann. Wenn man das kann, dann kann man fast alles. Davon bin ich überzeugt!

Eure 3 Tipps für einen entspannteren Business Trip?

#1: Pack‘ immer Sneaker und Schwimmsachen ein.
#2:  Sei vorbereitet – Du solltest wissen, wohin es geht und was Du während des Trips vorhast.
#3: Schalte abends einfach mal alle Benachrichtigungen von Deinem Handy aus. Und nimm Dir Zeit die Stadt zu genießen, die Du besuchst.

…und natürlich bring deinen Estrid Rasierer im passenden Reiseetui mit.

Sommer- oder Winterurlaub, season oder off Season?

Ich mag die Nebensaison am Liebsten und liebe die Zeit zwischen Sommer und Winter, in der man größere Städte wie New York oder atemberaubende Landschaften wie Island besuchen und sich viel mehr auf die Orte als auf das heiße oder kalte Wetter konzentrieren kann.

Wenn man Dich spontan besuchen kommen würde, was würdest Du servieren?

Ich hab immer alles im Kühlschrank, um eine vegane Pizza zu machen. Die würdest Du also bekommen… 🙂

Wem würdest Du gerne mal zum Kaffee treffen? Und wo würdet ihr den Kaffee trinken?

Ich würde gerne mal eine Fika (schwedisches Kaffee und Gebäck) mit Michelle Obama. Sie scheint eine unglaublich kluge und interessante Frau mit tollen Werten zu sein, die ein Vorbild für viele Frauen (und Männer) ist.

Wie würde Euch Euer 10-jähriges Ich finden?

Ich denke, dass mein 10-Jähriges Ich mich für mutig halten würde. Und zwar, dafür, an mich selbst zu glauben, meinen eigenen Weg zu gehen und nicht aufzugeben, wenn die Dinge einmal schwierig werden. Ich denke auch, mein 10-Jähriges Ich würde sich freuen, dass ich noch immer versuche, im Moment zu leben und jeden Tag lustige Dinge zu tun (und die Dinge nicht zu ernst zu nehmen).

Vielen Dank, Amanda, für das Interview.


Vorheriger Artikel Interview mit Christine Margreiter von WAX IN THE CITY