kalle halle

Kalle Halle: Neuer Food-Hotspot im Herzen von Neukölln

© Steffen Sinzinger

Es gibt Gebäude, die haben schon mehr Persönlichkeitswechsel hinter sich als die halbe Berliner Clubszene. Das ehemalige Quelle-Kaufhaus an der Neuköllner Karl-Marx-Straße gehört definitiv dazu. Erst Konsumtempel, dann SinnLeffers, dann Ramschladen, dann jahrelang die energetische Ausstrahlung einer Geistervilla.Und jetzt? Jetzt heißt das alles: Kalle Halle. Wir waren vor Ort.

Schon beim Betreten der Kalle Halle spürt man, dass hier etwas gelungen ist, das Berlin längst gefehlt hat: Ein Ort, der sich sofort selbstverständlich anfühlt. Die ehemalige Warenhausstruktur öffnet sich heute als großzügige Markthalle – mit klaren Sichtachsen, weiten Wegen und warmen Materialien, die den industriellen Kern nicht verstecken, sondern einrahmen.

Holz, Stahl, Beton – dazu weiches Licht, das die Stände wie Inseln wirken lässt. Es ist lebendig, aber nicht laut. Urban, aber nicht überladen. Ein Raum, der Menschen anzieht, ohne sich aufzudrängen.

Es duftet nach gebratenem Teig, frischer Brühe, Zitrus, Gewürzen. Gespräche mischen sich mit dem Klirren von Tellern, Eltern setzten mir ihren Kleinkindern in gemütlichen Sitzecken, manche arbeiten (das WLAN funktioniert perfekt, andere schlürfen heiße Suppe). Die Kalle Halle wirkt nicht wie ein inszeniertes Konzept – sondern wie ein Ort, der bereits Teil des Viertels geworden ist.


Ein Kaufhaus mit Geschichte – und neuer Aufgabe

Der Komplex an der Karl-Marx-Straße hat eine bewegte Vergangenheit: In den 70ern als Quelle-Kaufhaus eröffnet, später Heimat von SinnLeffers, dann Ramschladen – und schließlich jahrelang leer.
2019 begann die umfassende Wiederbelebung. Laut Investor MREI flossen rund 200 Millionen Euro in Sanierung und Umbau.

Kalle Halle

Heute bietet Kalle Halle einen vielseitigen Mix aus unter anderem dem Food Market mit zwei Bars als Herzstück aber auch Startup Flächen oder der Code University, eine private Hochschule für Design, Tech & Entrepreneurship.

Ein urbaner Mikrokosmos, der Essen, Arbeiten, Kultur und Alltag verbindet.


KALLE HALLE

Was die Kalle Halle alles bietet

Auf 2.300 Quadratmetern bringt die Kalle Halle eine beeindruckende Auswahl an Food-Konzepten zusammen: zwölf Restaurants insgesamt, sieben davon bereits geöffnet, dazu zwei Bars und wechselnde Pop-ups. Fünf weitere Küchen ziehen bald nach – genug Auswahl also, um mehr als einmal wiederzukommen.

Und kulinarisch geht’s einmal quer durch die Welt: Eine Vorahnung gefällig? Bei CHEN’S BEEF NOODLE HOUSE werden beispielsweise handgezogene Nudeln frisch vor Ort verarbeitet und in tief aromatische Brühen gelegt. Chettinad liefert die würzige Hitze und Vielfalt der südindischen Küche, authentisch und charakterstark. Und wer es lieber herzhaft-komfortabel mag, wird bei Great Barrier Beef Burger fündig – mit Burgern, die amerikanisches Handwerk mit australischer Lässigkeit kombinieren.

Dazu kommen italienische, koreanische, japanische und mediterrane Konzepte – eine Auswahl, die sich wie ein Rundflug durch verschiedene Food-Szenen anfühlt. Kurz gesagt: Die Kalle Halleist genau der Ort, an dem man sich treiben lassen kann – und ganz sicher nicht hungrig rausgeht.


KALLE HALLE Lobster Roll

Wir haben probiert: Drei Stände, drei Handschriften

MOIM – Gyoza mit Präzision

MOIM setzt auf klare, koreanische Handwerkskunst. Wir haben probiert: Gyoza, die außen knusprig und innen saftig sind, sorgfältig gefüllt und mit einer Sauce, die echte Umami-Tiefe geben. Ein Stand, der zeigt, wie viel Charakter in einer kleinen Teigtasche liegen kann.


Earth Tokyo – Ramen mit Tiefe

Bei Earth Tokyo überzeugt die Ramen-Schüssel durch Balance statt Lautstärke. Die Brühe ist aromatisch und komplex, die Nudeln elastisch und präzise gekocht, die Toppings sorgfältig abgestimmt. Ein Ramen, der Wärme und Ruhe gibt – ein verlässlicher Fixpunkt im Trubel der Halle.


Prawn P()rn – Seafood mit Handschrift von Chefkoch Janek Eisner

Der Stand Prawn P()rn fällt nicht nur durch die klare Ästhetik ins Auge, sondern auch durch das kulinarische Konzept von Chefkoch Janek Eisner. Eisner verbindet sein Seafood-Know-how mit einem urbanen, lässigen Stil und serviert phänomenale – ich will doch sagen – einfach geile Lobster Rolls, die im buttrig getoasteten Brioche kommen.

Dazu bietet er eine feine Auswahl an Austern, die den Stand zu einem der elegantesten Spots der Kalle Halle machen.

Die Lobster Roll wirkt wie ein kurzer Ausflug an die Ostküste der USA – präzise, großzügig und geschmacklich klar. Ein Signature Dish der Kalle Halle. Unbedingt probieren.


Kalle Halle Erfahrungen

Ein Ort mit Haltung – und viel Potential

Was die Kalle Halle besonders macht, ist die Mischung: Sie wirkt weder elitär noch überstylt, sondern bewusst offen. Sie lädt Nachbarschaft, Foodies, Studierende, Familien und Zufallsbesuchende gleichermaßen ein – und schafft einen Ort, an dem man genauso gut essen wie einfach nur sein kann.


Unser Fazit

Die Kalle Hallezeigt, wie Revitalisierung gelingen kann: atmosphärisch, funktional und mit echtem Mehrwert für das Viertel.

Kulinarisch überzeugt sie mit Vielfalt und Qualität – von präzisen Gyoza über Ramen bis zur Lobster Roll, die sich mühelos an die Spitze der Highlights setzt.

Ein Ort, an den man zurückkehren möchte..

Auf einen Blick

KALLE HALLE. Hier geht's zur Website.

Adresse: Karl-Marx-Straße 101, 12043 Berlin. Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, jeweils 12:00 – 22:00 Uhr

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