beast Berlin Erfahrung test

BEAST Berlin: Steaks im Großstadttrubel

An einem kalten, verschneiten Februartag besuchen wir das BEAST – und damit einen Ort, der weit mehr Geschichte trägt, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Das Restaurant befindet sich im ehemaligen Presse-Café am Alexanderplatz, einst ein legendärer Treffpunkt für Journalist:innen, Intellektuelle und Kulturschaffende. Hier wurde diskutiert, geschrieben, gestritten – ein Ort mit Bedeutung, tief verankert im kulturellen Gedächtnis der Stadt. Heute ist davon architektonisch noch viel spürbar: die Größe, die Offenheit, die Ausrichtung auf den Platz. Inhaltlich allerdings erzählt der Raum inzwischen eine ganz andere Geschichte.

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Drinnen im BEAST empfängt uns sofort dieses metropolische Gefühl. Große Fensterfronten, ein weiter Blick über das rastlose Treiben am Alex, Straßenbahnen, Menschenströme, Berlin in Dauerbewegung. Jede:r Berliner:in kennt dieses Gebäude, viele sind achtlos daran vorbeigegangen – und doch fühlt es sich von innen neu an. Urban, international, laut. Es ist Mittwochabend, und das Restaurant ist fast bis auf den letzten Platz gefüllt.

BEAST Berlin zieht vor allem Touristen an

Die Atmosphäre ist quirlig bis chaotisch. Laute Musik legt sich über laute Gespräche, viele Sprachen mischen sich, Gläser klirren, Servicekräfte bewegen sich routiniert durch den Raum. Hier geht es nicht um Zurückhaltung, sondern um Präsenz. Das Publikum wirkt überwiegend touristisch, Berlin als Erlebnisraum, weniger als Alltag. Unser Eindruck: Berliner:innen selbst sind eher selten vertreten.

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Ein herzlicher Service

Umso wohltuender ist der Service. Unser Kellner Xhoni begegnet uns mit echter Aufmerksamkeit und Herzlichkeit. Er ist charmant, schnell, bemüht, immer präsent, ohne aufdringlich zu sein. In diesem Trubel ist das keine Selbstverständlichkeit – und macht den Abend deutlich angenehmer.

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Die Karte im BEAST Berlin

Ein Blick in die Karte bestätigt den Namen des Hauses: Fleisch dominiert. Feine Cuts, Burger, Filet, Tatar – genau das, was man erwartet. Gleichzeitig gibt es eine überraschend große Auswahl an vegetarischen Gerichten, die nicht wie Pflichtübungen wirken. Die Cocktailkarte setzt auf Provokation und Pop-Appeal: Namen wie Pink BitchGucci Tigeroder Disco Pussy springen ins Auge. Das ist Geschmackssache und wirkt ein wenig aus der Zeit gefallen. Wir probieren den Pink Bitch: süffig, sehr süß, dekoriert mit einer aufgespießten Gummischlange. Wir finden: Mehr Inszenierung als echte Finesse. Dennoch sehr trinkbar!

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Was wir im BEAST essen

Zum Start teilen wir Beef Tatar und Avocado Tacos. Das Tatar ist fein, klassisch, sehr solide – und mit 13 Euro bemerkenswert fair bepreist. Die Avocado Tacos sind frisch, aber etwas zu schwer in der Mayonnaise. Auffällig ist das Tempo der Küche: Kaum bestellt, stehen die Vorspeisen auf dem Tisch. Beeindruckend schnell, fast irritierend.

Als Hauptgänge folgen der Dirty Smashed Burger und das Filet vom Weiderind in „Ladylike“-Portion. Das Filet ist perfekt gegart, saftig, genau auf den Punkt, allerdings nicht mehr ganz heiß. Die Sides kann man sich aussuchen – gerüffeltes Kartoffelpüree oder Mac’n Cheese, Pimientos de Padrón oder grüne Bohnen: Die Auswahl ist groß. Wir wählen zudem noch eine Chimichurri, die ordentlich Wumms hat, viel Knoblauch, ohne Frage, aber köstlich! Der Burger überzeugt durch Geschmack und Textur, dazu kommen exzellente Pommes.

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Zum Abschluss bestellen wir Sugar Daddy zum Teilen (wieder so ein Name für ein Gericht, wir Kichern wie Kinder beim Bestellen, weil es uns doch ein wenig Cringed: Brownie, Waffelwürfel, Vanilleeis, Schokoladensauce. Süß, gefällig, gut zum Teilen – aber eher solide als erinnerungswürdig, mit einem leicht industriellen Eindruck.

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BEAST Berlin: Ein Fazit

Unterm Strich bleibt ein klarer Eindruck: BAEST ist kein Ort für leise Zwischentöne oder kulinarische Feinpoesie. Es ist ein lautes, großes, internationales Restaurant in einer der touristischsten Lagen der Stadt. Das Essen ist ordentlich bis sehr gut, die Preise teils überraschend fair, der Service ganz wunderbar – herzlich, zugewandt, sympathisch. Das Ambiente ist laut, urban, international. BEAST Berlin ist kein Kiezrestaurant, sondern eine Bühne am Alexanderplatz. Wer genau das sucht, wird hier bestens bedient.

Auf einen Blick

BEAST Berlin. Adresse: Karl-Liebknecht-Str. 29 10178 Berlin-Mitte, Deutschland

Öffnungszeiten:
Täglich geöffnet – in der Regel 17:00 – 01:00 Uhr (Küchenschluss ca. 23:00 Uhr)


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