Andreas Müller MÜHLE Meissen Edition

Interview mit Andreas Müller von MÜHLE Rasurkultur

© PR / MÜHLE Rasurkultur

MÜHLE und Meissen. Beide Marken verkörpern Tradition und Handwerk. Und vor allem: Luxus. Und nun machen beide Traditionsmanufakturen gemeinsame Sache – für eine exklusive Edition. Wir sprachen mit Andreas Müller von MÜHLE Rasurkultur über die Kollaboration, über Drachen und den Hipster-Bart…

Andreas Müller MÜHLE Meissen Edition

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Herr Müller, Sie kooperieren mit der Porzellanmanufaktur Meissen für eine exklusive Edition: Wie kam es dazu? 

Wir waren schon seit einigen Jahren mit Meissen im Gespräch. Wir fanden die Kooperation aufgrund der regionalen Nähe der beiden Manufakturen und ihrer gemeinsamen Werte stimmig. Lange Zeit kam das für die Herstellung des Meissener Porzellans genutzte Kaolin aus unserer Region, ebenso das Kobaltblau. Zum anderen ist Porzellan ein wunderschönes und reizvolles Material. Uns war bewusst, dass nur sehr wenige Porzellanmanufakturen den Herstellungsprozess so beherrschen, dass die für unsere Produkte nötige Präzision erreicht werden kann. Wir wussten, wenn es jemand kann, dann Meissen.

Erzählen Sie uns ein wenig über die Edition: Was ist das Besondere?

Die MÜHLE EDITION ist quasi die „Krone“ unseres Sortimentes. Sie verkörpert all das, was MÜHLE ausmacht: Qualität, ausgewöhnliche Materialien, hohe Designqualität werden hier vereint. Insbesondere die Einzigartigkeit des Materials spielt hier eine große Rolle. Wir verwenden für die Serie Werkstoffe, die anspruchsvoll in der Verarbeitung aber gleichzeitig auch besonders schön und sehr edel sind.

Andreas Müller MÜHLE Meissen Edition

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Warum haben Sie sich für den Meissener Ming Drachen als Motiv entschieden? 

Der Ming-Drache ist eines der ältesten und bekanntesten Meissener Motive. Er entstand in einer Zeit, in der Asien und von dort kommende Kunst einen großen Reiz auf europäische Adelshäuser ausübte. Gleichzeitig ist es ein sehr zeitloses und ästhetisches Motiv. Die graue Ausführung des Ming Drachens auf weißem Porzellan in Kombination mit dem schirmenden Chromteilen der MÜHLE EDITION fanden wir besonders schön.

Ein Rasurset der Edition kostet über 1.000 Euro: Wer ist bei derartigen Preisen Ihre Zielgruppe?

Unser Anspruch ist nicht, riesige Stückzahlen von dem Produkt umzusetzen. Schon allein die aufwändige Herstellung macht das Produkt sehr exklusiv. Die Griffkörper werden ja von Hand bemalt, präzise auf Maß gekürzt und von Hand montiert. Auch die Herstellung des Pinselkopfes geschieht nach wie vor von Hand. Es sind also Kunden, die Handwerkskunst wertschätzen und hohe Ansprüche in Qualität und Ästhetik haben.

Sie führen das Unternehmen Ihres Großvaters in 3. Generation: Wie setzt man sich auf einem Markt von billigen Einwegrasierern und Drogerieprodukten durch?

Es gibt eine Reihe von Kunden, die nachhaltig leben wollen. Dazu gehört auch die Nutzung von langlebigen Produkten. Zudem versuchen wir uns in Bezug auf Qualität, Gestaltung und Materialität deutlich vom Massenmarkt abzuheben. Darüber hinaus spielt natürlich auch die Funktionalität eine Rolle.

Der Trend zum Handgemachten, Traditionellen und damit meist auch teurem Luxusgut, das man sich mal leistet, bricht nicht ab: Sehen Sie darin eine Gegenbewegung in unserer Gesellschaft? 

Es gibt schon einen gewissen Trend. Menschen beginnen mehr und mehr Fragen zu stellen: Wie und wo ist mein Produkt gefertigt, wie lange hält es, ist es reparabel, wie sind Details gelöst? Zudem genießen Produkte Vertrauen, die es schon immer gibt, weil sie sich bewährt haben und vielleicht auch, weil sie mehr Seele besitzen als Produkte, die irgendwo aus der Spritzgussmaschine fallen.

Welche Rolle spielt bei Ihnen das Prädikat „Made in Germany“?

Eine sehr große Rolle. In Deutschland gefertigt Produkte genießen einen sehr hohen Vertrauensvorschuss in der ganzen Welt. Hier ist jeder Deutsche Hersteller in der Pflicht, diesen nicht zu enttäuschen, sondern weiter zu fördern.

Der Rauschebart – oder auch Hipster-Bart – hat immer noch Konjunktur. Dennoch ist Mühle auf Erfolgskurs. Woran liegt das?  

Das Revival des Bartes zeigt, dass deutlich mehr Fokus auf dem Thema Bart und Rasur liegt. Man(n) setzt sich zunehmend damit auseinander, was er mit seinem Bart tun kann. Wachsen lassen, trimmen oder rasieren? Insofern hilft uns der Trend eher. Zudem haben Pflegeprodukte für Männer einen deutlich höheren Stellenwert als früher.

Lief es schon immer so gut?

Wir haben eine wechselvolle Unternehmensgeschichte. Die Firma wurde 1945 von unserem Großvater gegründet. Er starb sehr früh im Alter von 53 Jahren. Unser Vater musste – damals noch mitten im Studium – die Firma weiterführen. Nachdem er sie vergrößert und neu gebaut hatte, wurde sie Anfang der 1970er Jahre verstaatlicht. 1990 erfolgte der Neustart des reprivatisierten Unternehmens. Die ersten Jahre waren allerdings sehr schwierig. Erst ab Mitte der 1990er Jahre ging es betriebswirtschaftlich betrachtet wieder aufwärts. Von da an mit zunehmender Dynamik. Dass die Firma sich einmal so entwickeln würde, haben wir Anfangs kaum für möglich gehalten.

Was planen Sie in Zukunft für Mühle: Vielleicht wieder eine Kollaboration mit Meissen?

Sicher wird es auch in Zukunft spannende Kooperationen mit anderen Unternehmen und guten Designern geben. Da unsere natürlichen Haut- und Rasurpflegeprodukte immer mehr nachgefragt werden, bauen wir unser Angebot hier sukzessive aus.

Lieber Andreas Müller, wir danken Ihnen für das Gespräch.


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