Übersee Club Hamburg

Übersee Club Hamburg: Wo sich die hanseatische Elite trifft

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Hamburg ist weltoffen und traditionell zugleich. Vor allem die alten hanseatischen Dynastien haben in der Stadt ein hohes Ansehen, wie der Adel anderorts. Das spürt man vor allem im Übersee Club Hamburg, einer der besten und exklusivsten Business Clubs der Welt.

Herrschaftlich mutete das spätklassizistische Palais an der Binnenalster an. Einst wurde es von Gottlieb Jenisch erbaut, seinerzeit ein feudaler Bürgersohn der Hansestadt. Es diente als Wohnhaus der Familie, bis es, nachdem das letzte Mitglied der Familie Jenisch verstarb, von Gustav Amsinck, ebenfalls Mitglied der Oberschicht, gekauft wurde. Für die nachgeborenen Hamburger der Oberschicht, darunter der Bankier Max Warburg, gab es daher keinen besseren Ort, um dem Hanseaten eine Art Denkmal zu setzen. 1922 begründete er den Übersee Club im Amsinck-Palais – seitdem ist es Treffpunkt der Mächtigen und Reichen.

Illustre Gästeschar

Ob Kauf- und Geschäftsleute, Politiker, Wissenschaftler oder sogar Kirchenoberhäupter – im Übersee Club Hamburg trifft sich alles, was Rang und Namen hat. Dabei ist die Idee seit jeher, ein Sprechsaal und eine Begegnungsstätt, in dem Gäste und Mitglieder gleichermaßen zu Wort kommen. Aus gutem Grund waren in der Vergangenheit bereits Papst Benedikt XVI wie auch Staatsmänner wie Gustav Stresemann, Charles de Gaulle oder Yassir Arafat im Übersee Club Hamburg zu Besuch. Vorträge mit anschließendem gesetzten Dinner gehören zu der DNA der Hamburger Institution. Bei großem Interesse wird in das unweit entfernte Hotel Atlantic Kempinski ausgewichen, eines der besten Business-Hotels in Hamburg, das seit über 60 Jahren das Restaurant des Clubs betreut.

Und noch einen weiteren Vorteil genießen die rund 2300 Mitglieder des Übersee Clubs Hamburg: Die eleganten Räumlichkeiten des Amsinck-Palais steht ihnen für Hochzeiten aber auch geschäftliche Events und Meeting offen.

Die Etikette im Übersee Club Hamburg

Im Übersee Cub Hamburg gelten zu jeder Tageszeit klare Dresscode-Regeln. Bei den Herren gilt Jackett und Krawatte. Wer ohne ankommt, kann sich eine Krawatte aus dem Sortiment leihen, dass der Übersee Club für solche Fälle parat hält. Das Zustecken von Visitenkarten wird hier als Anbiederei empfunden, weswegen der Übersee Club beispielsweise nicht vergleichbar mit dem kontaktfreudigen Business Club Bavaria in München oder dem Airport Club Frankfurt vergleichbar ist. Deswegen bezeichnet sich der hanseatische Elitetreff ausdrücklich als Wirtschafts- und nicht als Business Club.

Wie wird man Mitglied im Übersee Club Hamburg?

Während die Aufnahmegebühr und der Jahresbeitrag von etwa 400 Euro relativ überschaubar ist, ist es umso schwieriger, Mitglied zu werden. Denn eine Bewerbung ist nicht möglich. Stattdessen müssen zwei Bürgen, die selbst seit fünf Jahren oder länger Mitglied sind, einen Vorschlag machen. Eine Aufnahmegarantie gibt es allerdings nicht. Frauen wiederum haben erst seit 1951 Zutritt – verglichen mit manch anderen Herren-Clubs in London, an denen sich das anglophile und konservative Hamburg immer schon orientiert hat, ist das aber noch recht früh. Und wo wir gerade von London sprechen: Zum Londoner Gästeclub haben die Mitglieder des Hamburger Club Zugang, wie auch zu 60 weiteren Häusern auf der ganzen Welt, mit denen man freundschaftlich verbunden ist. In Deutschland sind es 22.


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