Nachverfolgung des Gepäcks

Nachverfolgung des Gepäcks: Nie mehr verlorene Koffer

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Es gibt kaum etwas, was auf einer Reise ärgerlicher ist, als der Verlust des Gepäckstücks. Doch das Szenario gehört bald der Vergangenheit an. Denn was bei der Post schon lange gang und gäbe ist, wird nun auch in der Luftfahrtindustrie eingeführt. Ab 2018 ist die Nachverfolgung des Gepäcks möglich. 

Wohl jeder kennt das sorgenvolle Nervenkitzel am Gepäckband, wenn scheinbar schon alle Passagiere ihre Koffer haben – nur man selbst nicht. Dann die Erleichterung. Der Koffer kommt. Kein Stress, kein Gang zum Schalter, kein Ausfüllen von Formularen, kein Bangen und Hoffen, ob der Koffer jemals auftaucht.

Ab Juni 2018 hat das Bangen aber ein Ende. Ähnlich des Tracken eines verloren gegangenen Packets soll bald auch die Nachverfolgung des Gepäcks ermöglicht werden – und zwar ab dem Zeitpunkt des Check-Ins bis zur Auslieferung an den Besitzer. Dafür setzen sich derzeit die Mitglieder der International Air Transport Association (IATA) ein.

Die Zahlen sprechen für sich: Immer weniger Koffer gehen verloren

Nun könnte man sich wundern, warum man erst jetzt auf die Idee der Nachverfolgung des Gepäcks kommt. Tatsächlich ist das Bestreben aber kein Neues: Airlines und Flughäfen investieren schon seit längerem in Technologien und Prozessoptimierungen, damit die Anzahl fehlgeleiteter oder verloren gegangener Gepäckstücke gesenkt werden kann. Und tatsächlich sprechen die Zahlen für sich, wie der  SITA Baggage Report 2017 unter Beweis stellt. Um immerhin 12,5 Prozent wurde die Anzahl der  verloren gegangenen Koffer gesenkt. Das sind in reellen Zahlen 5,73 Gepäckstücke pro tausend Passagiere. Ein Rekord. Vor zehn Jahren waren es noch 19 Gepäckstücke pro 1000 Passagiere. Das ist eine Senkung von stattlichen 70 Prozent.

Nachverfolgung des Gepäcks: Echtzeit-Technologie

Doch das Ziel ist, den Prozentsatz in den kommenden 18 Monaten noch einmal zu verbessern. Die jährlich 3,77 Milliarden Flugpassagiere wird’s freuen. Denn gerade bei Flügen mit kurzer Umsteigezeit oder bei Airline-Wechsel ist das Risiko noch zu hoch, dass ein Koffer auf Umwege kommt. So gehörten knapp die Hälfte aller fehlgeleiteten Gepäckstücke solchen Reisenden, die einen Anschlussflug erreichen mussten (47 Prozent).

Mit der Nachverfolgung von Gepäckstücken müssen sich die umsteigenden Fluggäste allerdings kaum mehr Sorgen machen. Der  Präsident der SITA Air Travel Solutions, Ilya Gutlin, spricht sogar von einer neuen Ära bei der Gepäckauslieferung: „Für das Tracking nutzen Airlines, Flughäfen und Gepäckabfertigungs-Dienstleister Data-Capture-, -Management- und -Sharing-Lösungen.“ Dabei wird die Technologie den Flugbehörden Echtzeitdaten liefern, die helfen, Irrläufer und Verspätungen zu vermeiden. Gerät ein Koffer doch einmal auf Umwege, kann dieser ohne Probleme ausfindig gemacht werden. Ähnlich eines Pakets.

Mehr Zufriedenheit, weniger Kosten

„Für den Erfolg des Projekts zählt vor allem der gemeinsame Wille, mit neuen technologischen Innovationen die Zusammenarbeit und den Datenaustausch zu verbessern“, erklärt Gutlin. Doch daran sollte es bei den Airlines nicht fehlen. Immerhin entstehen für die Fluggesellschaften durch derartige Provleme laut SITA alljährlich ein Schaden von 2,1 Millionen US-Dollar. Die Nachverfolgung von Gepäckstücken steigert also nicht nur nachhaltig die Zufriedenheit der Fluggäste bei gleichzeitig senkenden Stresslevel – man spart damit auch noch bares Geld.


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