Bart im Business

Bart im Business: Der Pflege-Knigge

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Lange Zeit war es für einen Geschäftsmann völlig undenkbar, einen Vollbart zu tragen. Da gehörte es sich, als Zeichen der Gepflegtheit, glatt rasiert zu sein. Heute ist der Bart im Business angekommen. Was sich als Trend auf Laufstegen und nun auch seit einiger Zeit im Alltag durchgesetzt hat, bedarf sorgfältiger Pflege. 

Politisch eher links, rebellisch oder zu faul zur Rasur: Wer auch im Geschäftsalltag einen Bart trägt, darf sich noch heute manchen Vorurteilen aussetzen. Denn noch immer herrscht in vielen konservativeren Business-Branchen die Meinung, nur ein offenes, glatt rasiertes Gesicht fördere die Kommunikation. Doch wie hieß es so schön in der Antike: Barba decet virum – der Bart macht den Mann. Und tatsächlich: „Der Trend geht weg vom glatt oder überall ­rasierten Mann und Haare sind wieder angesagt“, zitiert die Schweizer Handelszeitung den Stylisten und Imageberater, Clifford Lilley, aus Zürich. Und wahrlich: Was wäre Daimlerchef Dieter Zetsche ohne seinen Schnauz? Ex-Bild-Chef Kai Diekmann trug wiederum den Rauschebart, vielleicht auch aus Provokation, zur Schau. Und auch Adidas-Chef Kasper Rorsted trägt einen schicken drei-Tage-Bart. Letzteres ist im Übrigen weit verbreitet: Laut einer Umfrage von Men’s Health tragen rund 37 Prozent der Männer diese Bart-Art.

Bart im Business: Ein aufwendiges Unterfangen

Ob Voll- oder Oberlippenbehaarung: Weiterhin im Vordergrund steht beim Bart im Business das gepflegte Auftreten. Und das ist bei Barträgern wesentlich zeitaufwendiger, als bei Glattrasierten. Auch wenn Mann es sprießen lässt, gehören die Stoppeln täglich gewaschen und rasiert. Insbesondere die Stellen, wo kein Haar hingehört beziehungsweise die restliche Form stören würde. Und der Bartträger braucht auch mehr Equipment: Reichen für den Kahlschlag beispielsweise ein Nassrasierer plus Rasierschaum oder ein Elektrogerät, gehören zur richtigen Pflegeausrüstung eines bärtigen Geschäftsmann, wenn man es denn richtig machen will, ein spezielles Shampoo, eine Bürste, eine Bartschere, ein Rasiermesser, Bartwichse und alle drei Wochen auch mal eine Kur. Zu guter Letzt empfehlen Experten ein Tropfen Seidenöl (oder spezielles Bartöl) am Tag.

Fusselbart? Geht gar nicht!

Neben der Bartpflege ist aber vor allem eine gesunde Selbsteinschätzung nötig. Nicht alle Männer neigen zu einem dichten, lückenlosen, gleichmäßigen Bartwuchs. Der Vollbart ist also nicht jedermanns Sache, bei vielen wird das zu einer fusseligen Angelegenheit – und das sieht unschön aus. Besser ist es da, realistisch zu bleiben und einen getrimmten Bart zu tragen.

Bart im Business: Eine Frage der Branche

Wie nun der Bart getragen werden kann, ist sicherlich eine Frage der Branche. Doch dort, wo der Anzug noch zum guten Ton gehört, raten wir: Bleiben Sie in Sachen Gesichtsbehaarung zurückhaltend. Jedoch: Eine gute Nachricht haben wir noch für alle Bartträger. Eine Studie, die bereits im Jahre 2004 von der Psychologin Barbara Strauß an der Universität Kiel durchgeführt wurde, ging der Frage nach, wie Bärte wirken. Resultat: Der Bart lässt Männer sympathischer und intelligenter zugleich erscheinen. Na dann, let it grow!


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