ETF Fonds

ETF Fonds: 10 wichtige Tipps für Neuanleger

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Indexfonds sind preiswert, flexibel und das Risiko durch die breite Auswahl an Anlagen gestreut. Das macht sie für Einsteiger attraktiv. Wer für klassisches Trading noch nicht bereit ist, kann so dennoch an der Börse Gewinn machen. Die wichtigsten Tipps zur Anlage von ETF Fonds haben wir hier zusammengestellt.

Wie funktionieren ETF Fonds?

ETFs (Exchange Traded Funds), meist als Indexfonds bezeichnet, sind passiv verwaltete Fonds. Statt einen teuren Manager einzustellen, der aktiv Analysen des Markts erstellt und immer die vielversprechendsten Aktien auswählt, hängen ETFs von der Entwicklung eines ganzen Wertpapierindex ab. Wertpapierindizes sind Kennzahlen für die Gesamtverfassung eines Marktes spezifischer Aktiengruppen.

Ein bekanntes Beispiel für einen Wertpapierindex ist der Dax (Die 30 wichtigsten deutschen Aktienwerte). Steigt der Dax insgesamt, steigt auch der Wert des Indexfonds. Das Gleiche gilt umgekehrt auch für Verluste. Da die Investition nicht von einer einzelnen Aktie abhängig ist, ist die Wahrscheinlichkeit von steilen Verlusten geringer. Das Risiko ist also wegen der Auswahl vieler zusammengefasster Aktien und der Ausrichtung nach der allgemeinen Entwicklung des Marktes breiter gestreut.

Tipps zur Anlage

Anlageziel

Wenn man kurzfristig Geld machen möchte, sind EFTs eher weniger zu empfehlen. Deshalb muss man sich Gedanken darüber machen, was eigentlich das Ziel des Investierens ist. Ist die langfristige Anlage der Fokus, sind Indexfonds sinnvoll, denn sie entwickeln sich nach 10+ Jahren am besten.

Welche ETFs auswählen?

Als Anfänger orientieren sich viele Anleger in Deutschland zuerst an dem Dax. Während das kein schlechter Einstieg ist, grenzt man sich damit aber auch sehr ein, denn der Dax bildet nur 3 Prozent der internationalen Börse ab.

Weltweite Aktienindexe, die auch internationale Business-Giganten wie Amazon und Apple enthalten, finden sich in Indizes mit undurchsichtigen Namen wie FTSE All-World und MSCI All Country World. Ist man sich selbst unsicher, welche ETFs sinnvoll sind, hilft eine intelligente Anlageberatung.

Wertpapierdepot eröffnen

Bevor mit der Anlage Geld gemacht werden kann, muss man bei einer Bank ein Wertpapierdepot eröffnen. Wie bei allen Konten unterscheiden sich die Banken in ihren Gebühren und dem Umfang ihrer Leistungen. Hier lohnt sich ein Vergleich, um das beste Angebot zu finden. Das Wertpapierdepot ist ein Konto für alle Anlagen, die man hat. Möchte man in ETFs investieren, gibt es dazugehörige Angebote der Banken zu automatischen Sparplänen für Indexfonds.

Sparplan einrichten

Ein Sparplan macht Sinn, wenn man langfristig bequem Geld anlegen möchte. Das Ziel ist es, durch kleine Summen in monatlichen Investitionen über Jahre hinweg Gewinn zu machen. Durch einen Sparplan ist das unkompliziert möglich: Statt selbst immer wieder neue Wertpapiere zu kaufen, übernimmt der Sparplan die regelmäßigen Investitionen mit vorgegebenen Summen.

Die meisten ETF-Sparpläne fangen mit einer Mindestinvestition von 25 € im Monat an. Fühlt man sich nach dem Einstieg sicherer, kann man die Beiträge auch erhöhen.

Erträge reinvestieren

Bei den meisten Sparplänen kann man vorgeben, ob die Gewinne auf das Konto gezahlt werden sollen oder reinvestiert (thesauriert) werden. Dabei erhöht sich der monatliche Anlagebetrag durch die Erträge, die man durch die Investitionen erhalten hat. Das lohnt sich vor allem bei langfristigen Anlagen, da es wie bei Zinsen stetige Gewinne bringen kann.

Replikation wählen

Man kann die ETF Aktien entweder physisch oder synthetisch kaufen. Das bedeutet, dass man für höhere Kosten tatsächlich die Aktie ersteht, während bei der synthetischen Replikation weniger Kosten, dafür aber auch ein höheres Risiko entsteht. Hier wird die Aktie, die ein Kunde kaufen möchte, durch ein Tauschgeschäft mit einem anderen Kunden erworben. Problematisch wird es hier, wenn einer der Beteiligten zahlungsunfähig wird. Der Anleger muss abwägen, ob ihm der geringere Preis dieses Risiko wert ist.

Nicht nur die Gesamtkostenquote vergleichen

Die Total Expense Ratio, oder Gesamtkostenquote eines Sparplans, fasst beinahe alle Gebühren des Plans zusammen. Das enthält aber nicht immer alle Angaben, wie beispielsweise Transaktionskosten. Deshalb sollten die Produktinformationsblätter des Angebots immer vollständig gelesen und auch Renditen verglichen werden. Im besten Fall findet man die Angabe TCO, die Total Cost of Ownership, in der wirklich alle Gebühren aufgelistet sind.

Nicht ungeduldig sein

Wertpapierindizes können stark schwanken. Wenn man als Anfänger beginnt, Geld zu investieren, kann einen das verunsichern. Bei der Anlage in ETFs darf man dabei aber nicht in Panik geraten. Wenn man Indizes wie den Dax eine Weile lang beobachtet, sieht man, dass diese Schwankungen normal sind, und dass ein kurzfristiger Verlust auf lange Sicht auch wieder aufgeholt werden kann. Als Einsteiger in ETF Trading sollte man seine Anlagen nicht häufig ver- und neu kaufen und Geduld mitbringen.

Risiko abwägen

Nicht jeder ETF Plan hat das gleiche Risiko, da sie alle unterschiedliche Aktien enthalten, die verlustreich oder gewinnbringend sein können. Im besten Fall bringen alle Gewinn, oder die Starken fangen die Verluste der Schwachen zumindest auf. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Anlagen mit hohen Renditen risikoreicher sind. Die Auswahl der ETFs ist für das Risiko entscheidend: Manche sind chancenorientiert, während andere konservativ bleiben.

Als Anleger muss man sich die Frage stellen, ob man das Geld, das man investiert, auch verlieren kann, ohne, dass es große Nachteile hat. Kann man etwas pokern, kann es sich lohnen, mehr Risiko zu akzeptieren. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, hat dafür auch eine Auswahl an ETFs, deren Entwicklung in den letzten Jahren stabil war.

Welche Mengen investieren?

Alle Aktiengeschäfte sind mögliche Risiken. Es gibt nie eine Garantie für Gewinn und Verluste sind immer möglich. Gerade bei ETFs ist Durchhaltevermögen gefragt, bis man ein Vermögen erwirtschaftet. Deshalb sollte man nur Geld anlegen, dass in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren nicht lebenswichtig ist.

 


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