Gewinne versteuern

Luxuriöse Gewinne versteuern: Was genau muss versteuert werden?

© Photo by Jason Dent on Unsplash

Um die Welt zu reisen und fremde Kulturen zu entdecken, ist ein besonderer Luxus. Dies ist manchmal ganz wörtlich gemeint, schließlich geht der Reisespaß schnell ins Geld. Während sich manche Globetrotter ihre Reisekasse langsam aber sicher füllen, können andere dank eines Lottogewinns oder regelmäßiger Wetteinnahmen diesen Lebensstil genießen. Doch was verdient eigentlich der Staat weg, wenn Einnahmen aus diesen besonderen Quellen kommen? Wir beantworten alle Fragen rund um das Thema Gewinne versteuern…

Die wichtigste Erkenntnis: Gewinne sind kein Einkommen

Egal, ob Sie eine elegante Uhren als Luxusobjekt bei einem Gewinnspiel gewonnen haben oder Ihr Lottoschein die richtigen Zahlen trägt, Sie sind eher unerwartet zu zusätzlichem Reichtum gekommen. Nach der ersten Freude über den Gewinn stellen sich Spieler schnell die Frage, ob der Staat am Gewinn mitverdient. Das Thema Steuern ist kompliziert und wird in vielen Nationen unterschiedlich gelöst, wie Reisende nur zu genüge wissen.

Grundsätzlich gilt in Deutschland, dass ein Lotteriegewinn kein Einkommen darstellt. Schließlich haben Sie hierfür nicht gearbeitet und auch keine regelmäßige, fortlaufende Einnahme durch den Gewinner erzielt. Stattdessen war Ihnen einfach Fortuna hold und Sie haben einen glücklichen Gewinn erzielt. Sie müssen also den Lottogewinn nicht versteuern, da es sich nicht um eine regelmäßige Einnahme mit Gewinnabsicht handelt.

Was ist bei Sportwetten zu beachten

Wenn Sie auf Reisen in einem Casino spielen, werden Sie ja nach nationaler Gesetzeslage auf den Gewinn eine Steuer zahlen müssen. Sofern Sie in Deutschland leben und ein Abkommen mit der jeweiligen Nation besteht, können Sie jedoch den Gewinn in Deutschland besteuern und dieser bleibt steuerfrei. Hier kann es lohnen, sich frühzeitig mit dem Steuerberater über das Thema auszutauschen.

Ebenfalls keine Gedanken müssen Sie sich machen, wenn Sie der Abgabe von Sportwetten im Internet nachgehen. Diese ist seit dem 1. Juli 2012 in Deutschland nicht mehr steuerfrei, trotzdem müssen Sie keine komplizierten Angaben beim Einreichen Ihrer Einkommensteuer fürchten. Stattdessen wird direkt bei der Wettabgabe eine Wettsteuer von 5,0 % angerechnet. Es gibt jedoch auch andere Modelle, so dass Sie steuerfreie Wettanbieter im Internet finden.

Ein Vorteil der deutschen Regelung: Die Steuer zahlen Sie nur dann auf Ihren Einsatz, wenn es zum Gewinnfall kommt. Sie werden also nicht doppelt bestraft, wenn Sie Ihre Wette verlieren und zudem noch der Staat am Einsatz mitverdient. Die Verrechnung der Steuer sorgt im positiven Fall für einen etwas geringeren Gewinn, als durch die Quote eigentlich zu erwarten. Dafür ist das Thema Steuern für Sie komplett unkompliziert.

Ein weiterer Sonderfall: Spielen in Pokerräumen

Nicht wenige Reisende werden sich Ihre Reiselust durch Gewinne an Pokertischen finanziert haben. Hierfür muss nicht in echten Casinos gespielt werden, Online-Pokerräume haben im letzten Jahrzehnt erheblich an Bedeutung gewonnen. Und auch hier sind steuerliche Besonderheiten zu beachten.

Pauschal ist die Einnahme aus einem Pokerturnier nicht zu versteuern, sofern Sie einmal gespielt und Glück gehabt haben. Trotzdem ist Poker kein reines Glücksspiel und wird von erfahrenen und taktisch klugen Spielern als regelmäßige Haupt- oder Nebeneinnahme genutzt. Hier kann das Finanzamt eine reguläre Tätigkeit mit einer regelmäßigen Absicht der Gewinnerzielung erkennen. In diesem Fall würden Ihre Gewinne beim Poker wie ein vollwertiges Einkommen behandelt.

Gewinne versteuern: Im Zweifel beim Finanzamt nachfragen

Viele der genannten Regelungen sind steuerlich nachvollziehbar. Der Fiskus ist tatsächlich vorsichtig, Ihre erzielten Gewinne zu versteuern, schließlich könnten Sie im Gegenzug auch Ihre Verluste steuerlich geltend machen. Wenn Sie sich unsicher mit der Regelung Ihrer individuellen Situation sind, scheuen Sie nicht die Nachfrage bei Ihrem zuständigen Finanzamt. 


Vorheriger Artikel E-Commerce-Fehler, die Unternehmen beim Online-Verkauf verme ... Nächster Artikel Social Business: Die spannendsten nachhaltigen Unternehmen