La Mamounia

La Mamounia in Marrakesch: Hotel-Review

© Alan Keohane

Es wird der „Stolz von Marrakesch“ genannt; und wahrlich: Auf das berühmte Luxushotel La Mamounia scheint die ganze Stadt stolz zu sein. Bereits unser Fahrer zählt auf der Fahrt vom Flughafen die illustre Liste jener Gäste auf, die hier bereits residierten. Das macht neugierig. Was hat das La Mamounia an sich, außer seinen Ruf? Chefredakteurin Friederike Hintze verbrachte einen Nachmittag in diesem legendären Luxus-Palast und kennt die Antworten…

La Mamounia

Eine Hotel-Legende auf die die ganze Stadt stolz ist: La Mamounia.

© Alan Keohane

Die Rote Stadt, die Perle des Orients, das Tor zu Afrika, die Stadt der Gegensätze: Es gibt viele Namen für Marrakesch. Alle treffen zu, keiner beschreibt jedoch in Gänze das Flair dieses Ortes, wo biblisch-alte Kulturen von vor hundert Jahren auf postmoderne Ideen treffen. In der Medina von Marrakesch quillt der schier unersättliche Basar über. Das Treiben auf den Eseln ist quirlig und bunt. Die Schreie der feilbietenden Händler vermengen sich mit rhythmischen Trommeln, Rattern von Kutschen und den sonoren Klängen der flötespielenden Schlangenbeschwörer. Im Kontrast dazu verbergen sich hinter dicken Mauern eindrucksvolle Riads, die mal zeitgenössisch Design-lastig oder wie das Riyad El Cadi mal authentisch und kunstvoll eingerichtet sind. Und dann gibt es noch das La Mamounia, das der Jetset seit jeher liebt und wo Hollywood-Stars, Präsidenten, Könige und die mächtigsten Oligarchen Stammgäste sind.

La Mamounia – es ist der wahr gewordene Traum von 1001 Nacht, wo die Angestellten in weinroten Samtgewändern den Gast begrüßen, wo das Grün im Garten scheinbar ewig blüht, es überall duftet, plätschert, zwitschert und zirpt. Und das Beste: Um den Zauber von La Mamounia zu erleben, braucht man sich nicht einmal eine aus 1000 Nächten zu leisten. Ein Day Pass für das Spa genügt bereits, um einen ausnahmsweise regenreichen Nachmittag in Marrakesch im Februar zu vertrödeln.

Das Anwesen war einst ein Geschenk von dem Sultan Sidi Mohammed an seinen Sohn.

© Alan Keohane

La Mamounia: Alles begann mit einer Hochzeit

Doch dazu später. Erst einmal sollte man sich der Geschichte vom La Mamounia widmen. Denn wer diese beim Besuch im Hinterkopf behält, weiß das Hotel erst in seiner ganzen Pracht zu schätzen – und zu erfassen. Sie beginnt mit einer Hochzeit von vor über 200 Jahren. Sultan Sidi Mohammed suchte nach dem standesgemäßen Hochzeitsgeschenk für seinen Sohn Moulay Mamoun. Er stieß auf ein ein Hektar großes Gelände entlang der alten Kasbah. Dort, wo also heute das Hotel mit seinem prächtigen, parkähnlichen Garten steht, fanden schon im 18. Jahrhundert die opulenten Partys des Prinzen Mamoun statt.

1923 dann eröffnete das Hotel La Mamouna; wenn man so will zu Ehren und Gedenken des späteren Sultans Mamoun. Viele Teile des Palastes wurden erhalten und mit dem zu der Zeit zeitgenössischen Stil des Abendlandes vereint. Rasch zog das Luxushotel die High Society an: Alfred Hitchcock, Marlene Dietrich und Alain Delon. Aber auch Staatsmänner, früher Charles de Gaulle, später Ronald Reagon oder Helmut Kohl, vor allem aber Winston Churchill residierten hier. Für Letzteren gab es angeblich keinen schöneren Ort auf Erden, als das La Mamounia.

La Mamounia

Winston Churchill, Marlene Dietrich und Alfred Hitchcock residierten bereits in den Zimmern und Suiten des La Mamounia.

© Alan Keohane

Eine Nacht beginnt bei 630 Euro

Jedes Hotel muss mit der Zeit gehen und so wurde das La Mamounia 2009 nach langer Renovierung neu eröffnet, so dass der heutige Gast zwar einerseits den Geist vergangener Jahrhunderte spürt, aber keineswegs auf den eingestaubten Pfaden der Geschichte wandeln muss. Das Hotel entspricht, wie man so schön sagt, dem „State of the Art“. Nach den umfangreichen Erneuerungen entstanden mit Liebe für das Detail 135 opulente Zimmer, 71 luxuriöse Suiten (davon sind einige über 200 Quadratmeter groß) sowie drei Riads mit privatem Pool, Terrassen und mehreren Schlafzimmern auf jeweils insgesamt 700 Quadratmetern. Der hohe Standard vereint mit der langen Geschichte ergibt selbstverständlich einen stattlichen Preis: Das günstigste Zimmer bei Direktbuchung kostet 630 Euro.

La Mamounia

Ein leichter Lunch im L'Italien ist ebenfalls im Day Pass inkludiert.

© Friederike Hintze

Ein Nachmittag im La Mamounia

Wer nicht ganz so tief in die Tasche greifen mag und dennoch den La Mamounia-Zauber spüren möchte, dem sei ein Day Pass für das Spa ans Herz gelegt. Im Winter beispielsweise bietet das Hotel für umgerechnet faire 140 Euro (15000 Marokkanische Dirhams) die Möglichkeit, den großen Wellness-Bereich mitsamt einer Massage oder einer Hamam-Behandlung zu nutzen und zuvor noch einen Lunch im italienischen Restaurant „L’Italien“ zu genießen (ein ähnliches Angebot wird auch im Frühjahr geboten). Mit Blick auf das umliegende Grün speist man hier leichte italienische Kreationen wie Vitello Tonnato, Burrata mit hausgemachtem Pesto oder Tagliatelle Frutti di Mare. Die Getränke kosten extra, aber es muss ja mittags nicht immer gleich Wein sein. Ein Glas kalter Minztee genügt. Der steigt einem auch nicht zu Kopf, wenn man sich später im Wellness-Bereich dem süßen Nichtstun widmet.

La Mamounia

Chefredakteurin Friederike Hintze entspannt im Spa des La Mamounia.

© Jan Kirmis

Das marokkanische Hamam-Treatment

2500 Quadratmeter umfasst das gesamte Spa, das mit seinen kunstvollen Mosaikwänden, den Säulen, Reliefs und Ornamenten die märchenhafte Idee des Morgenlandes wieder aufgreift. Geheimnisvoll mutet wiederum das von wenigen Laternen beleuchtete Areal im Untergeschoss an, wo die marokkanischen Hamam-Behandlungen durchgeführt werden.

La Mamounia

Geheimnisvoll mutet der Bereich des La Mamounia Spas an, wo die Behandlungen durchgeführt werden.

© Alan Keohane

Diese hat kaum etwas mit der türkischen Schaumwaschung zu tun haben. Zwar wird man auch hier von einem Peeling-Lappen kräftig abgeschrubbt, doch Unmengen von Seifenschaum kommen nicht zum Einsatz. Stattdessen wird der Gast unter einer Dusche mit der berühmten „schwarzen Seife“ eingerieben, im Anschluss folgt eine Ganzkörpermaske aus heilendem Schlamm, während man auf einem warmen Stein liegt. Zu guter Letzt genießt man eine Tasse Minztee, während die wunderbar duftende Lotion einzieht. Selten fühlt man sich so weich, rein und sauber, wie nach einem derartigen Treatment. Und das Beste: Es ist im Day Spa Pass vollständig inkludiert.

La Mamounia

Das Spa im La Mamounia gilt als eines der besten der Stadt.

© Alan Keohane

La Mamounia: Eine Idee vom Paradies

Allein: Der Spa-Bereich ist nicht so leicht zu überblicken, da beispielsweise der große Außenpool, ein Jacuzzi und ein weiterer Fitness-Pavillon im Garten, ein paar Gehminuten entfernt vom eigentlichen Wellness-Bereich liegen. Das ist zunächst verwirrend, da nur schwer überschaubar, aber verkraftbar. Denn: So spaziert man quasi gezwungenermaßen ein paar Schritte durch die wunderschöne Anlage. Und das ist vielleicht das Schönste am La Mamounia; der gepflegte Park, der nach Orangenbaumblüten und Jasmin duftet, ewig grün und ewig prachtvoll erscheint. Das kommt der Vorstellung des Paradieses recht nah – und darauf können die Bewohner Marrakesch wiederum wahrlich stolz sein.

La Mamounia

Der große Pool im Garten ist wenige Gehminuten vom eigentlichen Spa-Bereich entfernt.

© La Mamounia

Übrigens: Wer ein Stück „La Mamounia“ mit nach Hause mitnehmen möchte, wird im hauseigenen Souvenir-Shop fündig. Darunter auch die Düfte des Hotels wie die herrliche Orangenblüte von der französischen Parfum-Manufaktur Fragonard (als Duftkerze und Raumduft) verfeinert.

 

Auf einen Blick

La Mamounia. Adresse: Avenue Prince Moulay Rachid, Marrakech, Marokko.

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