Damenblazer

Der Damenblazer: Ein immer passender Allrounder

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Wir haben Sommer und mitunter herrschen Temperaturen im tiefroten Bereich. Welchen Sinn macht es dann, im Augenblick über Blazer zu sprechen? Wo man derzeit doch so sehr darauf achtet, so wenig wie möglich und je nach Beruf und Anlass, so viel wie nötig zu tragen. Die Antwort ist: ein Blazer geht immer! Seit Jahrzehnten begleitet uns der Blazer nicht nur durch die Berufswelt oder zu etwas förmlicheren Anlässen, auch im Alltag ist dieses Kleidungsstück längst ein Basic geworden. Und in Zeiten von klimatisierten Autos und Räumlichkeiten ist man glücklicherweise nicht mehr komplett den Gezeiten und Wetterbedingungen ausgesetzt und damit flexibler bei der Wahl des Outfits.

Seine Geschichte, seine Schnittformen, die gewählten Materialien und seine Funktion machen den Blazer zu einem wahren Allrounder. Er lässt sich perfekt zu einer Anzughose kombinieren, kann aber auch zu einer gemütlichen Jeans oder einem schicken Rock getragen werden. Mit dem Blazer wird Casual schnell mal zu Smart Casual und Business Casual zu Business Attire.

Es ist die Flexibilität, die dieses Must Have so unentbehrlich macht. Denn es macht je nach Berufsalltag durchaus Sinn, immer einen Blazer griffbereit zu haben. Wer kennt nicht diesen Moment, in dem man sich ärgert, nicht etwas formeller gekleidet zu sein. Die Kombinationsmöglichkeiten sind schier unendlich, weswegen der Blazer noch heute eines der meistgetragenen Kleidungsstücke ist, unabhängig von Dresscode und Stilrichtung.

Geschichte des Blazers 

Seine Geschichte reicht bis ins 19te Jahrhundert zurück und hat seine Wurzeln in England. Als Königin Victoria vermutlich 1837 die Uniformen einer Fregatte sah, gefielen ihr die Jacken so sehr, dass sie sie zur Standardkleidung der gesamten Marine erklärte. Der Navy-Blazer wurde alsbald auch Vorbild für die Clubjacken einiger Rudervereine. Mehr als 100 Jahre musste es dauern, bis das beliebte Kleidungsstück schließlich in den 50er Jahren des 20. Jahrhundert erst die englische und dann die weltweite Freizeitmode eroberte. Weitere 10 Jahre mussten vergehen, bis auch die Damenmode auf ihn aufmerksam wurde, aus der er heute nicht mehr wegzudenken ist. Weiterhin ist der Blazer bis heute Teil von Uniformen, ob Schul- oder Clubuniform. Schon lange wird man diesem Kleidungsstück nicht mehr gerecht, wenn man von dem „einen“ Blazer spricht. Für diesen Artikel haben wir uns die Damenblazer von Hugo Boss mal genauer angeschaut und festgestellt, dass Schnitt, Material und Muster so vielfältig sind wie die Modebranche selbst.

Schnitte

Während in der aktuellen Saison lockere Blazer-Schnitte und Blazer in XXL-Länge bis hin zu oversizigen Boyfriend-Schnitten angesagt sind, verlieren die klassischen Schnitte dennoch nie an Bedeutung. Ob Slim-Fit, Regular-Fit oder Relaxed-Fit, für jede Figur, jeden Geschmack und jeden Anlass lässt sich eine passende Variante finden.  Für welche Länge man sich entscheidet hängt wie alles andere vom persönlichen Stil ab, von cropped im Bouclé-Stil über die klassische Länge bis hin zum Longblazer.  Als Verschlüsse, wenn denn einer vorhanden ist, sind Reißverschluss, ein- oder zweireihige Knopfleisten, oder sogar Kordelzug oder Bindegürtel möglich. Die letzte Variante findet man sowohl bei klassisch geschnittenen Blazern, z.B. mit umgekehrten Reverskragen, oder bei Blazern im Kimono-Stil. Beim Stichwort Kragen ist zu beachten, dass es neben dem klassischen Reverskragen auch die eben genannte umgekehrte Variante gibt, während die Blazer im Bouclé-Stil kragenlos und zumeist mit Rundhals-Ausschnitt sind. 

Material

Zur aktuellen Jahreszeit sind vorwiegend die leichteren Stoffe wie zum Beispiel Leinen, Baumwolle, Seide, Jersey und Material-Mixe sehr geschätzt. Das Material gestaltet immer auch den Schnitt mit. Die in dieser Saison so heiß begehrten locker geschnitten Blazer sind deutlich mehr in Bewegung als ein Blazer aus Tweed im Bouclé-Stil und benötigen entsprechende Materialien, um den höchsten Tragekomfort zu bieten. Im Herbst sind es dann wieder Materialien wie Schur- oder Merinowolle und Tweed oder sogar Leder, die den Blazer zur perfekten Übergangsjacke machen. In der kommenden Herbst-Winter-Saison können wir uns auch auf ein Revival der Cord- und Samtblazer freuen. 

Muster und Farben

Seit 20 Jahren wählt das Pantone Color Institute jährlich die „Color of the Year“. Dieses Jahr wurde der Ton „Living Coral“ zur Trendfarbe gekürt. Das kräftige Korallrot mit Orange- und Gold-Nuancen begegnet uns in dieser Saison immer wieder.  Generell sind derzeit knallige Farben und Farbkombinationen, sowie hervorstechende Muster in Kombination mit auffälligen Schnitten en vouge. Das bedeutet aber nicht, dass man mit den klassischen Schnitten in gedeckten Farben nicht mindestens genauso stilvoll gekleidet ist. Wie so oft, ist es eine Frage des Geschmacks und eine Frage des eigenen Stils, was am besten zu einem passt. Und man muss ganz sicher auch nicht jeden Trend mitnehmen. Denn die Evergreens unter den Mustern, wie Karo-, Hahnentritt- und Glencheck-Muster, Nadelstreifen und Jaquard-Tupfen, sorgen konstant für einen zeitlosen classy Style. Wer es aber genießt, die Blicke auf sich zu ziehen, der greift auch schon mal zu Retro-Blockstreifen oder floralen Prints in grellen Farben.


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