Kreuzfahrt-Mythen

Kreuzfahrt-Mythen: Von Aberglaube und Wahrheiten

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Langjährige Erfahrung entkräftet Vorurteile: Das hohe Durchschnittsalter der Passagiere, Krawattenpflicht während des Abendessens und so genannte Stornokabinen sind immer wieder ein Thema bei Kreuzfahrturlauber:innen. Was stimmt, was sind einfach nur Kreuzfahrt-Mythen? Das verraten wir und klären über die größten Kreuzfahrt-Mythen auf.

Kreuzfahrt-Mythen #1: Stornokabinen

Der Mythos der so genannten „Stornokabinen“ hält sich seit Jahren und es wird auch immer wieder danach gefragt. Urlauber:innen gehen davon aus, dass Kabinen, die storniert werden und dann wieder zum Verkauf stehen, günstiger weiterverkauft werden. Dem ist aber nicht so: Solche Restkabinen gibt es nämlich eigentlich gar nicht. Wenn eine Kabine storniert wird, geht diese wieder in den großen Angebotspool der Reederei. Diese wird wieder neu verkauft und keiner weiß, ob sie vorher schon einmal storniert worden ist. Deshalb werden diese Kabinen auch nicht günstiger angeboten.

Tipp: Der Preis der Kabinen hängt mit der Saison und der Nachfrage bestimmter Routen zusammen. Ganz egal also, ob sie eine Antarktis Kreuzfahrt oder eine Tour durch Südamerika planen: Es lohnt sich, Anbieter und Reisezeiten zu vergleichen.

Kreuzfahrt-Mythen #2: Formelle Kleidung ist Pflicht

Viele Urlauber:innen denken immer noch, dass sie sich auf einer Kreuzfahrt sehr schick kleiden müssen und buchen aus diesem Grund keine solche Schiffsreise. Doch die klassische Kreuzfahrt, bei der beim Abendessen Krawattenzwang herrscht, ist mittlerweile eher eine Ausnahme. Es gibt immer noch Kreuzfahrtschiffe wie zum Beispiel die Schiffe der Cunard Line, auf der sich die Passagiere tendenziell schicker anziehen. Aber auf einem immer größeren Anteil der Kreuzfahrtschiffe wird eher auf legere Kleidung gesetzt, wie zum Beispiel auf der AIDA. Oftmals gibt es auch einen Mittelweg, bei dem ein stilvoller Kleidungsstil erwartet wird, aber kein Krawattenzwang besteht wie beispielsweise bei MSC oder Costa. Außerdem gibt es auch Passagiere, für die ein gehobener Kleidungsstil zur Kreuzfahrt dazu gehört und die sich gerne schick anziehen, ohne dass es an Bord vorgeschrieben ist.

Tipp: Die Krawatte können Urlauber:innen getrost zu Hause lassen, aber ein Sakko oder ein Blazer sollten bei fast allen Kreuzfahrten im Koffer sein. So sind die Reisenden auch beim Dinner mit dem Kapitän richtig angezogen.

Kreuzfahrt-Mythen #3: Hohes Durchschnittsalter auf den Schiffen

Auch wenn das durchschnittliche Alter der Passagiere an Bord immer noch gehoben ist, buchen zunehmend auch jüngere Reisende Kreuzfahrten. Die steigende Nachfrage nach Kreuzfahrten bei der jüngeren Generation hat weniger mit der Preisentwicklung im Kreuzfahrtbereich, sondern vielmehr mit der starken Medienpräsenz der Angebote zu tun. Entgegen dem Vorurteil, dass Kreuzfahrttourist:innenen mehrheitlich im Rentenalter sind, zeigt eine Statista-Umfrage vom Februar 2017, dass über 60 Prozent der Kreuzfahrturlauber zwischen 30 und 59 Jahre alt sind.

Tipp: Bestimmte Reedereien wie die AIDA richten ihre Angebote eher an jüngeres Publikum. Am besten informieren sich Urlauber vor der Buchung über die Gästestruktur an Bord und entscheiden dann, welches Schiff am besten zu ihnen passt.

Kreuzfahrt-Mythen #4: Ständiges Essen an Bord

Essen, Landgang, Essen — so stellen sich viele Urlauber die Tage auf dem Schiff vor. Das entspricht aber gar nicht mehr der Realität. Kreuzfahrten bestehen heutzutage nicht mehr nur aus Sightseeing und Essen. Die Passagiere haben inzwischen die Wahl zwischen vielfältigen Aktiv- und Sportangeboten. Neben Fitnessstudios, Joggingstrecken und Sportkursen gibt es auf vielen Schiffen auch Golfsimulatoren, Ballspielplätze, Hochseil- und Klettergärten. Bei vielen Flusskreuzfahrten können an Bord zum Beispiel sogar Fahrräder für Landausflüge ausgeliehen werden.

Tipp: An Bord können Passagiere neue Trends und auch ausgefallenere Sportarten ausprobieren. Beispielsweise gibt es auf der Liberty of the Seas von Royal Caribbean sogar eine Eislaufbahn. Sport macht bekanntlich hungrig und so schmeckt das leckere Essen auf dem Schiff dann gleich doppelt so gut.

Kreuzfahrt-Mythen #5: Last Minute-Kreuzfahrten

Kurz vor Abfahrt des Schiffes noch schnell eine Kabine buchen — das kann schwierig werden. Denn die Auswahl an Last Minute-Angeboten wird immer kleiner. Last Minute wird oft nachgefragt, allerdings planen und verkaufen die Reedereien ihre Kontingente mittlerweile so weit im Voraus, dass momentan kurz vor der Abfahrt kaum noch Kapazitäten frei sind. Früher wurden oft Last Minute-Kreuzfahrten verkauft. Da die Nachfrage aber im Laufe der Jahre stark gestiegen ist, können Reedereien und Anbieter die Kreuzfahrten heute schon Monate im Voraus füllen.

Tipp: Auch jetzt verkaufen sich Kreuzfahrten wieder sehr gut. Wer sichergehen möchte, dass er einen Platz auf seinem Wunschschiff und auf der Wunschroute bekommt, der sollte nicht auf Last Minute setzen, sondern langfristig planen.

Absurde Kreuzfahrt-Mythen im Check:

Doch neben diesen Klischees und falschen Annahmen, gibt es auch noch allerlei absurde Kreuzfahrt-Mythen, die sich hartnäckig halten. Die decken wir jetzt ein für alle mal auf.

  1. Für verstorbene Passagiere gibt es an Bord einen extra Kühlraum. STIMMT! Auch auf hoher See versterben leider immer wieder Menschen. Der Bordarzt oder die Bordärztin bescheinigt das Ableben dann mit einem Totenschein. Ist der Passagier an einem natürlichen Tod verstorben, dass wird dieser in einem dafür vorgesehenen Kühlraum aufbewahrt. Im nächsten Hafen wird der Leichnam dann an ein ortsansässiges Bestattungsunternehmen oder an die zuständigen Behörden übergeben.
  2. Es gibt kein 13. Deck an Bord. STIMMT! Zumindest in ganz vielen Fällen. Denn: Sowohl Gäste als auch Cremitglieder sind oftmals abergläubisch Und so verzichten viele Unternehmen Inder Kreuzfahrt darauf, ihre Decks mit Unglückszahlen zu nummerieren. Übrigens: Es gehört ebenfalls zu einem weit verbreiteten Glauben, dass es in vielen Flugzeugen keine 13. Sitzreihe gibt. Ob das stimmt oder nicht, erfahren Sie in unserem Artikel zu unserem Artikel über hartnäckige Flugmythen.
  3. Frauen und Kinder werden zuerst gerettet. FALSCH! Es gilt laut der internationalen Satzung zur Sicherheit des menschlichen Lebens auf See, dass möglichst alle Passagiere gerettet werden. Die Regel „Frauen und Kinder zuerst“ ist dabei in der Satzung nicht aufzufinden. Korrekt ist aber, dass die Crew zunächst hilfsbedürftigen und schwächeren Personen zu helfen hat, bevor sie sich selbst in Sicherheit bringt.
  4. Der Kapitän verlässt als letzter das Schifft. STIMMT und ist FALSCH zugleich. Denn es handelt sich hier nicht um einen offiziellen Paragrafen nach deutschem Seerecht. Wohl aber um einen weit verbreiteten Ehrenkodex. Der Kapitän verfügt über die oberste Befehlsgewalt und muss in Notsituationen alle Maßnahmen anordnen. Deswegen die weit verbreitete Weisheit. Tatsächlich ist es aber manchmal sogar sinnvoller, wenn der Kapitän an Land geht, um von dort aus die Rettung organisiert. Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich.


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