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„Wie lange noch?“ Diese Frage fällt bei Familienausflügen manchmal schon nach den ersten 500 Metern. Wandern mit Kindern kann zur Nervenprobe werden. Schade eigentlich. Dabei kann eine Wanderung spannender sein als jeder Freizeitpark. Vorausgesetzt, hinter der nächsten Kurve wartet mehr als der nächste Baum. Deutschland hat einige Wanderstrecken zu bieten, auf denen kleine Entdecker:innen große Augen machen und auch Erwachsene ins Staunen geraten. Drei davon sind besonders eindrucksvoll.
1. Breitachklamm im Allgäu: Abenteuer zwischen gigantischen Felswänden
Hier klingt es, als würde irgendwo ein gewaltiger Wasserhahn laufen. Die Breitach rauscht durch eine enge Schlucht, während sich meterhohe Felswände über den Köpfen auftürmen. Dazwischen führen schmale, gesicherte Wege durch eine Landschaft, die direkt aus einem Abenteuerfilm stammen könnte.
Besonders aufregend sind die Stellen, an denen das Wasser tief unter dem Wanderweg vorbeischießt. Wer entdeckt den größten Felsbrocken? Und woher kommen eigentlich die geheimnisvollen Tropfen, die von den Felswänden fallen?
Die kurze Runde ab Tiefenbach ist etwa 2,75 Kilometer lang und bietet reichlich Gelegenheit zum Staunen. Für Erwachsene ist vor allem das Zusammenspiel aus Licht, Wasser und gewaltigen Gesteinsformationen faszinierend.
Kleiner Sicherheitstipp: Die Wege können feucht und rutschig sein. Rutschfeste Schuhe sind Pflicht, Kinder bleiben an engen Stellen in unmittelbarer Nähe. Kinderwagen sind nicht zugelassen. Vor dem Besuch unbedingt die aktuellen Öffnungszeiten prüfen.
2. Bastei in der Sächsischen Schweiz: Ein Spaziergang durchs Märchenland
Zwischen riesigen Sandsteinfelsen versteckt sich eine Brücke, die aussieht, als hätte sie jemand für eine Rittergeschichte gebaut. Die berühmte Basteibrücke gehört zu den spektakulärsten Sehenswürdigkeiten der Sächsischen Schweiz. Da macht Wandern mit Kindern richtig viel Spaß!
Eine besonders abwechslungsreiche Strecke beginnt im Kurort Rathen und führt durch den Amselgrund und die geheimnisvollen Schwedenlöcher hinauf zur Bastei. Unterwegs warten enge Felsspalten, steile Treppen und Ausblicke, bei denen selbst wandererfahrene Eltern kurz stehen bleiben.
Auf rund 4,7 Kilometern können Kinder Felsenburgen erfinden, nach versteckten Höhlen Ausschau halten und sich auf der Basteibrücke wie richtige Abenteurer fühlen. Wer noch Energie übrig hat, kann im Sommer einen Abstecher zum Amselsee einplanen.
Kleiner Sicherheitstipp fürs Wandern mit Kindern: Die zahlreichen Stufen erfordern Kondition und Trittsicherheit. Die Strecke eignet sich eher für größere Kinder. Nach starkem Regen oder bei Glätte ist besondere Vorsicht geboten.
3. Wilder Weg in der Eifel: Wo der Wald seine Geheimnisse verrät
Ein Wald, der sich selbst überlassen bleibt, ist alles andere als langweilig. Auf dem Wilden Weg im Nationalpark Eifel dürfen umgestürzte Bäume liegen bleiben, Insekten übernehmen wichtige Aufgaben und aus morschem Holz entsteht neues Leben.
Die 1,5 Kilometer lange Strecke führt über Holzstege und vorbei an zehn Erlebnisstationen. Kinder können durch einen nachgebildeten Baumstamm kriechen, ihre Kletterkünste ausprobieren und herausfinden, warum ein abgestorbener Baum für Tiere ein wertvolles Zuhause ist.
Auch Erwachsene entdecken hier einiges, das beim gewöhnlichen Waldspaziergang leicht übersehen wird. Besonders angenehm: Der Weg ist barrierefrei und auch mit Kinderwagen befahrbar.
Kleiner Sicherheitstipp: An den Erlebnisstationen auf altersgerechte Nutzung achten und die markierten Wege nicht verlassen.
Wandern mit Kindern: Wenn der Weg selbst zum Erlebnis wird
Wandern mit Kindern funktioniert besonders gut, wenn nicht die zurückgelegten Kilometer zählen, sondern die kleinen Abenteuer dazwischen. Eine Taschenlampe für dunkle Felsspalten, ein Fernglas für Tierbeobachtungen oder ein überraschendes Picknick machen aus einer einfachen Tour schnell eine Familiengeschichte, die noch lange erzählt wird.