Digitale Sicherheit für Vielreisende – So schützen Sie Ihre Daten unterwegs

Laptop aufklappen, E-Mails checken, Dokumente bearbeiten – für Geschäftsreisende ist das Alltag, egal ob am Gate, im Hotel oder im Zug. Das Büro reist im Handgepäck mit. Komfortabel ist das ohne Frage. Allerdings bringt jede Verbindung über ein fremdes Netzwerk Risiken mit sich, die im eigenen Firmennetz schlicht nicht existieren.

Verschlüsselt kommunizieren zahlt sich aus

Viele Standard-E-Mail-Dienste übertragen Nachrichten ohne durchgehende Verschlüsselung. Auf Reisen wiegt das schwerer als am Schreibtisch, weil die Infrastruktur dahinter selten vertrauenswürdig ist. In öffentlichen Netzwerken lassen sich unverschlüsselte Nachrichten mit vergleichsweise simplen Werkzeugen abfangen. Dienste mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schaffen hier Abhilfe. Eine professionelle Mail verschlüsselt Nachrichten schon beim Absender – selbst der Anbieter hat keinen Einblick in den Inhalt. Auch für Kurznachrichten lohnt sich der Umstieg auf verschlüsselte Messenger, statt auf herkömmliche SMS oder ungesicherte Chat-Apps zu setzen. Der Aufwand dafür ist gering, der Sicherheitsgewinn dagegen beträchtlich.

Fremde Netze, echte Gefahren

Öffentliche WLAN-Hotspots in Flughafen-Lounges, Hotels oder Konferenzzentren gehören für Vielreisende zum Tagesgeschäft. Das Risiko: Viele dieser Netzwerke sind schlecht oder gar nicht verschlüsselt. Angreifer nutzen sogenannte Man-in-the-Middle-Attacken, um Datenverkehr mitzulesen. Noch raffinierter sind gefälschte Netzwerke – im Fachjargon Evil Twins. Sie imitieren vertrauenswürdige Hotspot-Namen so überzeugend, dass sich Geräte automatisch verbinden. Der Nutzer bemerkt davon nichts. Besonders an Flughäfen mit Dutzenden sichtbarer Netzwerke fällt es schwer, das echte vom gefälschten zu unterscheiden.

Dazu kommen offene Bluetooth-Verbindungen oder ein kurz unbeaufsichtigtes Notebook in der Lobby. Reisende, die regelmäßig auf vertrauliche Unternehmensdaten zugreifen, sollten deshalb ein paar gezielte Vorkehrungen zur Gewohnheit machen.

So sichern Sie Ihre Verbindungen

Die wirksamste Einzelmaßnahme im fremden WLAN bleibt ein VPN – ein Virtual Private Network. Es verschlüsselt den gesamten Datenverkehr und macht ihn für Dritte unlesbar. Falls Ihr Arbeitgeber keinen VPN-Zugang bereitstellt, nutzen Sie den mobilen Datentarif als persönlichen Hotspot. Fremde Netzwerke bleiben dann komplett außen vor.

Deaktivieren Sie zusätzlich die automatische WLAN-Verbindung an Ihren Geräten. Sonst baut das Smartphone im Vorbeigehen eine Verbindung zu einem gespeicherten Netzwerknamen auf – ohne zu prüfen, ob es sich tatsächlich um denselben Hotspot handelt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt ausdrücklich, in öffentlichen Netzen ausschließlich über ein VPN zu arbeiten.

Lesetipp: Bei uns finden Sie weitere Tipps für einen gut abgesicherten Business Trip im Ausland, die über rein digitale Schutzmaßnahmen hinausgehen.

Geräte und Zugänge absichern

Eine Bildschirmsperre per PIN oder biometrischer Erkennung gehört auf Reisen zur Grundausstattung. Selbst wer das Gerät nur kurz zur Seite legt, sollte sichergehen, dass kein Fremder direkten Zugriff bekommt. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung bietet eine zusätzliche Schutzschicht für Konten und Cloud-Dienste: Gelangen Zugangsdaten in falsche Hände, reicht das Passwort allein trotzdem nicht für einen Login.

Ein Passwort-Manager hilft beim Verwalten starker, einzigartiger Passwörter für jeden einzelnen Dienst. Auswendiglernen fällt damit weg. Das erleichtert den Zugang auch dann, wenn Sie von einem Ersatzgerät aus arbeiten müssen. Für alle, die im Zug oder Flugzeug an vertraulichen Dokumenten arbeiten, empfiehlt sich zudem ein Blickschutzfilter am Bildschirm. Manchmal sitzt die Bedrohung nämlich nicht im Netz, sondern im Nebensitz.

Digitale Sicherheit als Teil der Reiseroutine

Reisepass einpacken, Bordkarte laden, Visum prüfen – das erledigt jeder Geschäftsreisende routiniert. Digitale Sicherheit verdient denselben Stellenwert. Schließlich stehen auf Reisen neben privaten Informationen häufig vertrauliche Geschäftsdaten auf dem Spiel. Die nötigen Maßnahmen kosten wenig Zeit:

  • VPN aktivieren, bevor Sie ein fremdes WLAN nutzen
  • Verschlüsselte Dienste für E-Mails und Nachrichten einsetzen
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung für alle geschäftskritischen Konten einrichten
  • Automatische WLAN-Verbindungen am Gerät deaktivieren
  • Bildschirmsperre einschalten und Geräte nie unbeaufsichtigt lassen

Reisende, die diese Punkte in ihre Vorbereitung integrieren, reduzieren das Risiko erheblich – ohne den Arbeitsfluss unterwegs zu stören.


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