Pilgern planen: So bereitest du dich optimal auf den Jakobsweg vor

Einfach mal den Rucksack packen und loslaufen ist in der Heimat zwar möglich, bei einer mehrtägigen Pilgerreise aber nicht empfehlenswert. Wenn du mehrere Tage viele Kilometer absolvieren möchtest, solltest du schon vorher ein bisschen Zeit in die Vorbereitung investieren. Du musst nicht wochenlang für sportliche Höchstleistungen trainieren, solltest deinen Körper aber schon an die längeren Gehzeiten gewöhnen, die passende Ausrüstung finden und eine Route wählen, die zu deinen Erfahrungen und zur Kondition passt. 

Wähle eine realistisch zu dir passende Route

Beim Camino Francés ab Sarria liegen etwas mehr als 100 Kilometer zwischen Start und Santiago de Compostela, weshalb sich dieser Abschnitt gut für eine erste mehrtägige Pilgerreise eignet. Trotzdem solltest du die Distanz nicht unterschätzen, denn täglich 20 Kilometer oder mehr zu gehen fühlt sich am vierten Tag anders an als bei einer einzelnen Wochenendwanderung.

Schau deshalb nicht nur auf die Gesamtlänge einer Route, sondern auch auf Höhenmeter, Untergrund und geplante Tagesetappen. Gerade beim ersten Jakobsweg tut ein zusätzlicher Puffertag gut, falls du langsamer vorankommst als gedacht oder deinem Körper zwischendurch eine Pause gönnen möchtest.

Gewöhne deinen Körper rechtzeitig ans lange Gehen

Wenn du deinen Urlaub auf dem Jakobsweg planen möchtest, bringt regelmäßiges Gehen mehr als kurzfristiges Intensivtraining. Fang am besten mit einfachen Spaziergängen an, die du später auf Tagestouren durch den Stadtwald ausdehnst. 

Ein paar dieser Wanderungen absolvierst du am besten mit gepacktem Rucksack, denn so merkst du, ob du dich fürs richtige Modell entschieden hast. Wenn der Gurt scheuert oder dein Rücken schmerzt, solltest du eventuell über einen Neukauf nachdenken. 

Bei deiner Tour wirst du Tagesrucksäcke packen und mitnehmen, dein Hauptgepäck wird mit dem richtigen Reiseveranstalter direkt zur nächsten Unterkunft transportiert. 

Denke rechtzeitig an den Schuhkauf

Wanderschuhe sollten vor einer Pilgerreise bereits einige Kilometer hinter sich haben. Selbst wenn ein neues Paar im Geschäft perfekt sitzt, kann sich nach mehreren Stunden zeigen, dass eine Naht drückt oder die Ferse scheuert.

Schnür die Schuhe und ziehe deine Wandersocken an, sodass du schon ein paar Wochen vorher kräftig trainieren und die Schuhe einlaufen kannst. Du bekommst später weniger Blasen und bist sicherer unterwegs. 

Wenn du die Wahl zwischen leichten Wanderschuhen und schwereren Modellen hast, solltest du die Strecke berücksichtigen. Schwer ist nicht immer besser, aber zu leichte Wanderschuhe können auf anspruchsvollem Boden zu wenig Halt geben. Achte vor allem auf die Passgenauigkeit und darauf, dass du die Schuhe vor der Tour ausgiebig getestet hast. 

Packe für das, was du wirklich brauchst

Obwohl deine Liste kurz war, sind die Kleinigkeiten im Rucksack am Ende doch schnell summiert. Hier ein zusätzliches Paar Schuhe, da mehrere Reserve-Outfits und dann noch Kosmetikflaschen machen nach wenigen Stunden unnötig viel Ballast aus. 

Kombiniere deine Klamotten, sorge für schnell waschbare und lufttrockenbare Kleidung und packe grundsätzlich Regen- und Sonnenschutz ein. Eine kleine Reiseapotheke und Blasenversorgung müssen ebenfalls mit, aber was du unterwegs kaufen kannst, muss nicht in doppelter Ausführung ins Gepäck. 

Lass unterwegs etwas Raum für Planänderungen

Wenn du vorher über deinen Reiseveranstalter alle Unterkünfte gebucht hast, nimmt dir das viel Stress. Du musst aber trotzdem nicht jeden Tag ins Detail vorplanen, denn manchmal willst du die Etappe verkürzen oder morgens einfach mal eine Stunde länger schlafen. 

Achte bei der Vorbereitung darauf, dass die Reise nicht nach Stundenplan abläuft, sondern du vor allem dein eigenes Tempo gehen kannst. Hier und da eine Pufferstunde macht den Urlaub spannender. 


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