Der lange Flirt mit dem FC Bayern und die überraschende Wende
Für Nick Woltemade war es ein aufregender Transfersommer, der ihn am Ende nach Nordengland brachte. Bei Newcastle United wird der deutsche Nationalspieler nun sein Glück in der Premier League versuchen. Ursprünglich war sein Ziel aber ganz anders ausgerichtet. Er wollte unbedingt zum FC Bayern München wechseln, wo man nach der schweren Verletzung von Jamal Musiala bei der Klub-WM händeringend nach einem offensiven Ersatz suchte. Für die Wincomparator Experten war sofort klar, dass der Rekordmeister hier Handlungsbedarf entwickeln würde.
Obwohl die Münchner mit hohen Ablösesummen in Richtung Stuttgart Zeichen setzten, war der VfB nicht bereit, die angebotenen Konditionen auch nur als Verhandlungsgrundlage zu sehen. Stuttgart brachte immer wieder eine kolportierte Ablösesumme von 75 MIllionen Euro ins Spiel, was die Münchner nicht bereit waren, auf den Tisch zu legen. Dennoch hofften die Münchner bis zum Schluss noch einen Transfer tätigen können, was dann aber am Ende am Veto des VfB Stuttgart scheiterte.
Der Blitz-Transfer: Newcastles Last-Minute-Offensive
Erst kurz vor der Schließung des Transferfensters kam Newcastle United plötzlich ins Spiel. Der Klub hatte nach dem Verkauf von Alexander Isak nach Liverpool kurzfristig Bedarf in der Offensive und verfügte ebenfalls über gewaltige finanzielle Mittel. Stuttgart war von dem Angebot über 85 Millionen Euro + fünf Millionen Euro in Bonuszahlungen so überwältigt, dass ein Umdenken einsetzte. Die wochenlange Aussage, dass Woltemade in der kommenden Saison für den VfB auflaufen würde, verschwand schnell und wurde in der Folge nicht mehr bemüht.
Nachdem die Stuttgarter Verantwortlichen eine so harte Haltung gegenüber dem FC Bayern eingenommen hatten, war es nun in kürzester Zeit gelungen, den Transfer nach Newcastle in die Premier League zu vollziehen. Mit Bekanntwerden der Nachricht hatte sich der FC Bayern auf dem Markt auch bereits nach Alternativen umgesehen und in der Folge Nicholas Jackson vom FC Chelsea (zunächst per Leihe) verpflichtet.
Reaktionen und Einordnung eines Rekordtransfers
VfB Stuttgart-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth betonte, dass man bis zum Angebot von Newcastle United wirklich fest mit Woltemade plante, das Angebot aus England aber so überwältigend gewesen sei, dass ein Umdenken im Vorstand stattfand. Nick Woltemade, der zunächst erklärt hatte, ausschließlich zum FC Bayern transferiert werden zu wollen, erklärte den Schritt in die Premier League mit der großen Wertschätzung, die man ihm in Newcastle entgegenbringen würde. Dazu bietet ihm der Klub die Möglichkeit, in der Champions League zu spielen.
Für den VfB Stuttgart bedeutet der Transfer einen riesigen finanziellen Erfolg, aber auch eine ungewisse sportliche Situation, in der Woltemade eine Lücke hinterließ. Neue Kräfte konnten mit dem Geld noch verpflichtet werden, aber man muss abwarten, mit welcher Qualität diese Spieler in der Bundesliga einschlagen. Die Tatsache, dass Woltemade erst vor einem Jahr ablösefrei nach Stuttgart gewechselt war, setzt dem Königstransfer die Krone auf.
Der FC Bayern ist in diesem Transfergeschehen als der Verlierer anzusehen. Die Münchner hatten sich zu Woltemade bekannt und wollten den Transfer zu ihren Bedingungen durchdrücken. Das klappte nicht, weil Stuttgart erfolgreich pokerte und am Ende erheblich mehr Geld bekam, als die Bayern jemals zu zahlen bereit gewesen wären. Bedenklich für die Bundesliga ist aber, dass der deutsche Rekordmeister nicht in der Lage war sich gegen eine beliebige Mannschaft aus der Premier League durchzusetzen. Die finanzielle Übermacht der englischen Eliteklasse ist auf einem neuen Level angekommen und in Deutschland muss man sich überlegen, wie man damit umgeht.