Laptop Verbot

Laptop Verbot: Die wichtigsten Fragen

© Shutterstock

Nach dem von den USA und Großbritannien verhängte Laptop Verbot auf einigen Flügen stellen sich für viele Passagiere nun wichtige Fragen: Wir geben Antworten.

Laptop Verbot: Welche Geräte sind betroffen?

Hier hat das US-Ministerium für Heimatschutz eine Liste veröffentlicht.  Betroffen durch den Laptop Verbot sind demnach Laptops, Tablets, E-Reader, Kameras, tragbare DVD-Spieler, Drucker, Scanner und Spiel-Geräte, wenn sie größer als ein Smartphone sind. Die einzig gute Nachricht: Handys mit Internetverbindung sind weiter erlaubt. Jedoch stellt sich bei den Spiel-Geräten die Frage: Wie wird „größer als ein Smartphone“ von den Behörden definiert? Immerhin sind die mobilen Endgeräte meist unterschiedlich groß. Bei der Antwort appelliert das US-Heimatschutzministerium an den gesunden Menschenverstand: „Smartphones gibt es überall auf der Welt und die meisten Passagiere von internationalen Flügen wissen, wie groß Smartphones sind.“ Im Zweifel muss der Passagier bei der  Airline nachfragen. Großbritannien hat maximale Maße für Handys veröffentlicht16 Zentimeter lang, 9,3 Zentimeter breit und 1,5 Zentimeter hoch.

Ist es wirklich sicherer, die Geräte im aufgegebenen Gepäck zu transportieren?

Hier gibt es keine absolute Antwort, da laut Süddeutsche.de nicht bekannt ist, welche Erkenntnisse die Geheimdienste genau über mögliche Anschlagspläne haben. Jedoch lässt sich sagen:  Während für Handgepäck meist nur Scanner auf der Röntgen-Technologie eingesetzt werden (und somit nur zweidimensionale Bilder geliefert werden können), basieren die Techniken für die Kontrolle des aufgegebenen Gepäcks auf der Computertomografie. Diese können hochauflösende dreidimensionale Bilder der Gepäckstücke erzeugen, welche wiederum mit einer Datenbank abgeglichen werden. Die hilft, Muster möglicher Bedrohungen zu erkennen. Inzwischen gibt es Scanner für Handgepäckkontrollen basierend auf Computertomografie, diese werden aber noch nicht flächendeckend eingesetzt.

Als eine weitere Erklärung für das Laptop Verbot durch die USA und Großbritannien könnte folgende sein: Zünder für Bomben werden oftmals manuell ausgelöst. Des weiteren werden „die Komponenten einer Bombe von mehreren Personen oder auf mehrere Geräte verteilt an Bord gebracht und erst dort zusammengebaut“, schreibt Süddeutsche.de.

Woher kommt das neue Laptop Verbot?

Laut amerikanischer und britischer Medien gab es Hinweise darauf,  dass die Terrormiliz Islamischer Staat plant, Anschläge auf Flugzeuge mit in elektronischen Geräten versteckten Bomben zu verüben. Die New York Times berichtete Entsprechendes unter Berufung auf zwei mit Terrorismusabwehr beschäftigte Regierungsmitarbeiter. Dabei taten sich bei den Berichten auch Quellen auf, die sagten, die IS hätte geplant, die Bomben in Batterien von Laptops zu verstecken. Es gebe aber keine akute Bedrohung durch einen unmittelbar bevorstehenden Anschlag. Bereits die Terrorgruppe al-Qaida hat mindestens seit 2001 immer wieder erfolgreich versucht, Sprengsätze an Bord von Passagier- und Frachtflugzeugen zu schmuggeln, auch wenn keine der Bomben ein Flugzeug zum Absturz brachte, berichtet Süddeutsche.de.

Wie kann ich mich als Reisender vorbereiten?

Grundsätzlich ist es sinnvoll, vor der Reise ein komplettes Backup zu machen. Denn: Sollten sie gezwungen sein, Ihren Laptop abzugeben, geben Sie auch die Kontrolle aus der Hand, wie das Gerät behandelt wird oder ob es gar durchsucht wird. Tritt ein Schaden oder der Verlust ein, haben Sie das Nachsehen. Sollten Sie Sorge vor Spionage haben, genügt ein einfaches Passwort nicht aus. Für eine stabile Verschlüsselung bietet Windows das Programm Bitlocker, für Apple für Macs die Funktion Filevault an. Noch besser: Sensible Daten bei einem Cloud-Anbieter hochladen und vom Gerät endgültig löschen.

Woran erkenne ich, ob mein Laptop durchsucht wurde?

Hier hilft beispielsweise ein versiegelter Beutel: Wenn Sie den Laptop darin verstauen, können Sie nach Ankunft sehen, ob der Laptop aus dem versiegelten Beutel genommen wurde oder nicht. Sollten Sie Sorge vor einer Spionagesoftware haben, empfehlen sich Software-Anbieter wie Little Snitch (für Apple) oder Glasswire (für Windows). So können Besitzer prüfen, ob ihr Rechner unbefugt Daten sendet.

Wie kann ich an Bord noch arbeiten?

Die einzige Lösung, um während des Flugs noch komfortable tippen zu können, sind Bluetooth-Tastaturen, die für alle gängigen Handy erhältlich sind. Hier ist das Tippen immerhin einfacher als direkt auf dem Touchscreen. Dennoch bleibt der Bildschirm weiterhin klein.


Vorheriger Artikel Was sind eigentlich Fare Rules? Nächster Artikel Geschäftsreise-Blues: Die vier Hauptursachen