Cheaten

Cheaten wird beim Online Gaming zu einem großen Problem

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Wer schon seit Jahren Computerspiele spielt, dem wird der Begriff “Cheaten” sicherlich bekannt sein. Denn mit “cheat”, zu deutsch mogeln, wird etwas verniedlicht bezeichnet, was eigentlich nichts anderes ist als Betrug. Cheats sind kleine Computerbefehle, die es Ihnen als Spieler oder Spielerin ermöglichen, zum Beispiel an mehr Spielgeld zu kommen, ein Level zu überleben oder den Highscore zu knacken. Obwohl der kleine Betrug im Computerspiel zwar verpönt ist, führt er nur selten zu größeren Konsequenzen. Anders sieht das jedoch in virtuellen Spielhallen aus.

Wenn Sie in einem Glücksspielportal zum Beispiel Book of Ra kostenlos spielen, dafür sogar Echtgeld einsetzen und hierbei auch nur den Versuch wagen, zu betrügen, flattert bald eine Strafanzeige in Ihr Haus. Jetzt werden Sie sagen, dass es sich hierbei ja auch um echtes Geld und den Ruf eines Casinos handelt. Doch macht die Tatsache, dass Sie Cheats in einem “harmlosen” Computerspiel einsetzen, die Nutzung damit legitim?

Mit Cheats auf den ersten Platz

Für nahezu jedes Game finden sich in den sozialen Netzwerken mittlerweile Highscores, Bestenlisten oder sonstige Übersichten, auf denen Spieler kategorisiert werden. Das bedeutet nicht nur Ruhm im Internet, sondern vielfach auch bares Geld. Denn längst haben gute Spieler Sponsorenverträge, sind in E-Sports-Teams organisiert oder werden anderweitig finanziell unterstützt, um Turniere zu gewinnen. Computerspiele haben ihre Kinderzimmer längst verlassen und füllen mittlerweile ganze Stadien.

Das lockt natürlich, wie in anderen Sportarten schließlich ebenfalls bekannt, auch diejenigen an, die sich nicht auf ihr Können verlassen möchten. Findige Hacker schaffen es in jedem Spiel, Sicherheitslücken aufzureißen, um sie für das Gameplay nutzen zu können. Dadurch entstehen Cheats, die in Internetforen geteilt werden. Jeder Spieler bekommt so Zugriff darauf, einfach alle Hindernisse in einem Game aus dem Weg zu räumen.

Gerade wenn es nicht um Geld geht, wie bei Multiplayer Spielen oft der Fall, werden Cheats gerne genutzt. Warum fair spielen, wenn es mit einem kleinen Befehl auch leichter geht?

Das Geschäft mit den Cheats

Doch das Benutzen von Cheats ist längst kein bloßer Gewissenskonflikt mehr. Mittlerweile werden seltene Cheats für viel Geld verkauft, denn sie können dazu führen, dass Ranglisten erklommen oder Turniere gewonnen werden. Werden die Cheats nicht aufgedeckt, kommen die Betreiber den Betrügern nur selten auf die Schliche. Es ist vergleichbar mit dem Doping im Radsport. Wenn auf den Betrug nicht getestet wird, kann auch niemand dingfest gemacht werden. Cheatende Spieler haben so freie Fahrt.

Das hat sogar dazu geführt, dass Spieler in E-Sports-Turnieren vor laufenden Kameras erwischt wurden, wie der bekannte Fall des indischen Spielers Forsaken 2018 widerspiegelt. Der junge Spieler hatte während des Games im Hintergrund eine Anwendung laufen, die das bessere Zielen bei CS:GO ermöglicht. Er wurde sofort aus dem Turnier entfernt. Dreist daran war jedoch, dass es vor den Augen der Administratoren auf einem LAN-Turnier ablief, also nicht nur heimlich in den heimischen Wänden.

Weitere Fälle machten in den letzten Jahren die Runde und hatten für die betrügenden Spieler teils lebenslange Verbannung aus den Spielen zum Ergebnis. Doch wenn es sogar öffentlich stattfindet, dann ist die Frage nur naheliegend, was passiert dann erst in kleineren Turnieren?

Organisationen gegen das Cheaten

Doch es findet sich auch Gegenwehr. Einige Spieler haben sich zu Organisationen zusammengeschlossen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, gegen Cheats vorzugehen. So kann man zum Beispiel über den Discord Server “The O.W. Police Department” Cheats und Cheatende anzeigen. Die über 5.000 Mitglieder machen laut Medienberichten regelrecht Jagd auf Betrüger, dabei konzentrieren sie sich jedoch hauptsächlich auf die Games Overwatch und Valorant.

Wie bei allen Sportarten gilt daher, mogeln ist nicht nur eine Frage von Moral, sondern mittlerweile auch eine Frage des Geldes geworden. Es bleibt abzusehen, wie der Kampf gegen das Cheaten in Zukunft ausgehen wird.


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