Auto Salon Genf 2017: Die Highlights am Genfer See

© Ralf Bernert

Ein Rundgang in den Messehallen nahe des Genfer Flughafens ist nicht erfreulich kurz, er erfreut auch das Auge. Im Gegensatz zu den meisten Auto-Messen rund um den Globus ist der Auto Salon Genf ein eher gemütliches Fest des Automobils. Und das liegt nicht nur an den teils spektakulären Fahrzeugen. Wir stellen die Highlights vom Auto Salon Genf 2017 vor …

Man kann auf der Messe schlendern. In aller Ruhe und ohne heftiges Gedränge. Die Stände der Hersteller sind auch beim diesjährigen Auto Salon Genf 2017 alle recht klein, die Wege sind kurz und man findet sich schnell zurecht. Im Grunde besteht die Messe aus einer Halle und von den Decken baumeln Namensschilder der Hersteller, die man schon vom weiten sehr gut erkennen kann. Der Weg von BMW zu Audi und Ferrari ist nicht weit, dazwischen trifft man auf Exoten wie Koenigsegg, Pagani oder Italdesign.

Auto Salon Genf 2017

Drei Mal Dawan: Die Briten zeigen auf dem Auto Salon 2017 Bekanntes, denn die Neuheiten sind noch nicht präsentierfähig.

© Ralf Bernert

Auto Salon Genf 2017: Drei Farben geben bei Rolls-Royce den Ton an

Der Rundgang startet bei niemand Geringerem als Rolls-Royce. Die Briten haben zwei heisse Eisen im Feuer, aber beide sind noch nicht „well done“ und deshalb strahlen auf dem Genfer Messe-Stand drei weiße Dawn mit unterschiedlich gefärbtem Stoffverdeck um die Wette. Rolls-Royce hat alle drei Exemplare im Kooperation mit Mode-Experten gestaltet. Man sprach mit Spezialisten. Cherica Haye vom Royal College of Art oder die Lederexpertin Michelle Lusby, sie war früher für Mulberry tätig.

Das Ergebnis der Zusammenarbeit kann sich durchaus sehen lassen. Drei Farben stehen bei den Kreationen im Vordergrund: Mugello Red, Cobalto Blue und Mandarin. Diese drei Farben geben den Ton an und der ist laut Rolls-Royce geprägt von der Liebe zum Detail im Kombination mit bester Handwerkskunst.

Auto Salon Genf 2017

Entdeckt: Der nagelneue Ferrari 812 Superfast.

© Ralf Bernert

Wir schlendern weiter zu Ferrari und erblicken den nagelneuen 812 Superfast. An Probesitzen und Nahaufnahmen ist derzeit kaum zu denken. Ferrari ist und bleibt ein Magnet auf jeder Messe.

Auto Salon Genf 2017

Für Rennsportverrückte: Der neue Porsche 911 GT3.

© PR / Hersteller

Bei Porsche geht es geräumiger zu. Der lange erwartete Turismo auf Basis des Panamera ist endlich da. Diesen Porsche nennt man nur hinter vorgehaltener Hand „Kombi“, ob er genau das ist. Ein Viertürer mit Coupé-Form und einem größeren Laderaum. Der „lange“ Porsche wird verschiedenen Varianten angeboten. Als Turbo, als Hybrid, mit Diesel oder ganz profan mit Benziner und Allradantrieb. Neben dem Turismo steht ein Extrem. Der neue GT3 ist endlich fertig und wartet auf Motorsport-Verrückte, die den Über-Elfer auf der Rennstrecke fordern.

Auto Salon Genf 2017: Unter 1.000 PS läuft bei Koenigsegg nichts

Wir reisen mal eben nach Schweden. Christian von Koenigsegg ist seit Mitte der 90er unterwegs in Sachen „Hypercar“, was soviel bedeutet wie schneller, stärker, extremer. In Genf zeigt der Hersteller aus Südschweden drei Modelle, die jeweils mehr als 1.000 PS leisten und doch niemals Teil eines offiziellen Rennens werden. Sie sind Sammlerstücke.

Auto Salon Genf 2017

Koenigsegg präsentiert auf dem Auto Salon Genf 2017 erneut seine Hypercars.

© Ralf Bernert

In Steinwurfweite finden wir Pagani. Horacio Pagani ist ebenfalls mit Extremen unterwegs. Er baut Supersportler mit reichlich Kraft und vor allem Handwerkskunst an Bord. Seine Wagen werden gesammelt und wegen ihrer unglaublichen Detail-Verliebtheit verehrt. Hier in Genf steht sein neuester Wurf, der Huayra Roadster. Ein offener Zweisitzer, mit dem am liebsten auf bergigen, kurvigen Landstrassen unterwegs ist. Nachdem man deutlich über zwei Millionen Euro überwiesen hat. Ein Info noch: Der Roadster ist ausverkauft, also nur noch als Genbrautwagen erhältlich.

Auto Salon Genf 2017

Der Bentley EXP 12 Speed 6e Concept ist ein Sportler mit E-Antrieb.

© Ralf Bernert

Bei Bentley sieht man zwei bereits bekannte Modelle, den Continental Supersports und den SUV Bentayga plus eine Neuheit, die man erst in einigen Jahren auf den Strassen sehen wird. Den Bentley EXP 12 Speed 6e Concept. Der Sportwagen mit E-Antrieb soll als Botschafter der Briten zeigen, dass man beim Thema Alternative Antriebe zumindest theoretisch gut unterwegs ist. Ob und wann der offene Luxus-E-Bentley dann zu kaufen sein wird, hängt laut Bentley auch vom Feedback der Kundschaft ab.

Auto Salon Genf 2017: Hausmannskost und Bewährtes

Von McLaren sieht man recht viel. Die Briten zeigen den 720, also den weiter entwickelten 650 S. Der Supersportler wurde innen wie aussen sehr stark verändert. Das Design folgt weiter dem Anspruch „Form follows function“ und das bedeutet bei McLaren, dass die Luft ausgesprochen clever um den Wagen oder sogar durch in hindurch geführt wird und somit für Kühlung und Anpressdruck sorgt. Im Innenraum findet sich ein weiter entwickeltes Kommunikations-System plus einem Monitor, der auf Knopfdruck verschwindet. Ausserdem wurde das Türsystem noch bequemer und spektakulärer entwickelt.

Auto Salon Genf 2017

Ist das eine Drohne oder ein Zweisitzer? Das italienische Label Giugiaro zeigt auf dem Auto Salon Genf 2017 ein interessantes Konzept.

© PR / Hersteller

Unter dem Label Giugiaro zeigt die italienische Marke Italdesign zwei Eyecatcher in Genf. Der „Zerouno“ ist ein Supersportler mit rein traditionellem Antrieb und spektakulärer Aerodynamik. Unter der ausgeklügelten Hülle arbeitet ein V10-Saugmotor mit 5.2 Liter Hubraum. Die Karosse besteht aus Carbon, das Design orientiert sich am Motorsport. Die Leistungen sind atemberaubend: in 3,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. 330 km/h Spitze. Die Reifen stammen von Pirelli, sie wurden extra für den „Zerouno“ entwickelt.

Direkt neben dem Zerouno steht ein strassentauglicher Heli mit vier gigantischen Rotoren. Ist das nun eine große Drohne mit Kabine oder ein Zweisitzer, der mal in die Luft gehen kann? Vermutlich beides. Zumindest hat Giugiaro das Thema urbane Mobilität in die dritte Dimension erhoben. Mit dem „PopUp“ steht in Genf ein Fahrzeug, dass man so schnell nicht vergisst.

Auto Salon Genf 2017

Viel Hausmannskost und Bewährtes wurde auf dem Auto Salon Genf 2017 gezeigt, wie den Lexus LS 500.

© Ralf Bernert

Was ist in Genf wirklich neu? Der „PopUp“ auf alle Fälle. Aber sonst, wird am Genfer See reichlich Hausmannskost und Bewährtes gezeigt. Superschnelle Sportwagen mit Leistungen ab 700 PS, dazu jede menge Midsize-SUV, plus ein paar Limousinen mit Hybrid und viel Raum für große Monitore und lange Oberschenkel. Die eleganteste aller Automessen lieferte keine revolutionäre Ideen, dafür ein Statement: „weiter so“.

 


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