Til Schweiger

Til Schweiger im Interview: Til goes Travel

Til Schweiger ist das, was man als „Allrounder“ bezeichnet. Seine Vielseitigkeit beweist er nicht nur in der Filmindustrie, sondern seit einiger Zeit auch als Barefoot-Gastronom und -Hotelier. Hotspot ist das Barefoot Restaurant in Hamburg, begehrt das Barefoot Hotel an der Ostsee in Timmendorf  – alles im Barefoot Living-Stil, der unverkennbar seine Handschrift trägt. Welche internationalen Projekte Til für die Zukunft plant, verrät er uns im Interview…

Herr Schweiger woher nehmen Sie für all das die Motivation und Energie?

Ich bin so auf die Welt gekommen. Ich bin das, was man einen Macher nennt. Als ich neunzehn war, sagte mein Hausarzt, ich solle Autogenenes Training oder Yoga machen, weil ich ständig unter Strom stehe. Aber das ist nix für mich. Funktionierte nicht. Mir macht es halt Spaß, Sachen zu kreieren. Ich empfinde meine Arbeit nicht als Stress, daher muss ich auch meine Batterien nur selten aufladen.

Auch nicht in Ihren Urlauben in Ihrem Refugium auf Mallorca?

Klar, ich kann auch mal zwei Wochen dort am Pool liegen, aber spätestens dann muss ich wieder aktiv werden.

Welcher Reiz muss von einem Projekt ausgehen?

Ganz wichtig ist, dass es ein Projekt mit Menschen ist, die mir sehr sympathisch sind, die mich inspirieren, die eine tolle Idee haben, die mich reizt. Das habe ich  teilweise erst spät erkannt und habe dann konsequent daran gearbeitet, Menschen aus meinem Leben zu entfernen, die mir nicht gut tun. Ich habe keinen Masterplan für mein Leben. Ich sage meinen Kindern, wenn Ihr eine Chance erkennt, dann ergreift sie. Sie liegen nicht auf der Straße. 

Als ein Freund kam und mir vorschlug Kashmirpullover zu entwerfen, war ich ich begeistert, weil ich immer Probleme hatte, den richtigen zu finden. Und nun entstehen sie nach meinem Entwurf , und ich muss nicht mehr shoppen gehen. (lacht)

©barefoot Hotel

Kürzlich war ich im Barefoot Hotel in Timmendorf zu Gast und empfand das naturverbundene Ambiente mit der legèren Atmospäre als entspannend. Ein mutiges Projekt in der eher konventionellen Lübecker Bucht an der Ostsee mit entsprechendem Gäste-Klientel. Wer kommt ins Barefoot Hotel, wer ist die Zielgruppe?

Ich  kannte bisher Timmendorf so gut wie gar nicht und somit auch nicht das Gäste-Klientel. Wir wollten ein Hotel schaffen, bewusst ohne Sterne-Klassifizierung, wo die Leute sich gut fühlen und wer kommt und sich das leisten möchte, ist willkommen. Wir zielen nicht auf bestimmte Gäste. 

Wird es angenommen?

Es läuft super, schwer ein Zimmer zu bekommen.

Der Design-Stil des Hotels ist geprägt von amerikanischer Coolness. Woher kommen Ihre Inspirationen?

Ich bin Sternzeichen Schütze. Und der Schütze liebt das Schöne. Ich habe mich schon immer für dieses Thema interessiert, habe Eindrücke gesammelt auf den Hamptons, Skandinavien, Malibu, Mallorca, New York etc. Wir versuchen ein Lebensgefühl der Leichtigkeit zu transportieren. Diese Welt zeige ich auch immer in meinen Filmen, in denen ich die Welt zeige, wie sie mir gefällt.

Was braucht ein Hotel für Sie persönlich, um diesen Anspruch zu erfüllen?

Ich sage gern, wenn jemand prädestiniert ist ein Hotel zu entwerfen, bin ich das. Ich habe mein halbes Leben in Hotels weltweit verbracht. Ich brauche keine Suite, aber ein tolles Bett, tolle Matratze und Kopfkissen und tolle Bettwäsche. Dazu keine Nasszelle sondern ein Walk-in Regendusche.  Für mich ist das Zimmer nur zum Schlafen. Treffe ich mich mit Bekannten, setze ich mich nicht auf die Couch in der Suite, sondern gehe mit ihnen runter in die Bar.

Zurück zu Ihren Hotelplänen: Es wurde kommuniziert, dass weitere, auch internationale Hotelprojekte in Kooperation mit der Rostocker Arcona Hotel Group geplant sind. Wie soll diese Kooperation aussehen?

Die Arcona-Group ist die Betreibergesellschaft der Hotels und besorgt die Investoren. Ich bin der Namensgeber und designe die Häuser.

Sicher haben Sie einige Lieblingsstandorte im Auge? Mallorca z.B., wo Sie bekannterweise auch selbst urlauben? Gibt es schon konkrete Planungen, die Sie uns verraten können?

Oh ja, brandaktuell wurde am 14. Oktober die Addo Elephant Lodge am größten Nationalpark am Ostkap Südafrikas eröffnet, wo wir den Gästen ein authentisches Urlaubserlebnis bieten können. Die Lodge soll ebenfalls ein lässiges Wohlbefinden vermitteln, geprägt von der faszinierenden Umgebung. Es ist eine persönliche Lieblingsdestination für mich und meine Familie…Und wir sind engagiert dabei, weitere passende Standorte zu finden.

Mallorca steht ganz oben auf der Liste. Auch an der Nordsee schauen wir, auf den Inseln, auch nach weiteren Häusern an der Ostsee. Berlin kann ich mir auch vorstellen.

Es muss vieles zusammen passen. Wir alle, die Investoren, wie die Betreibergesellschaft und ich müssen überzeugt sein.

Wird sich in diesen Häusern das Barefoot-Living Design weitgehend fortsetzen oder eher am landestypischen Stil orientieren?

Beides. Auf Mallorca z.B. stelle ich mir ein Haus mit alten Steinen gebaut, mallorquinisch eben,  und innen werden wir aber immer die gleichen Naturmaterialien verwenden, viel Holz auf keinen Fall Plastik jedweder Art. Jedes Hotel wird anders, gleich ist nur der Barefoot-Stil als Lebensgefühl. An der Ostsee passte eben der amerikanische Ostküstenstil. Und in Berlin würde ein New Yorker Soho-Ambiente passen

Ihre neueste Idee ist, ein Donau-Restaurantschiff umzugestalten mit dem Food-Konzept von „Henry likes Pizza“. Wie kann man sich das vorstellen?

Ha, das wird der Hammer! Das ist im Moment mein absolutes Lieblingsprojekt! Die herkömmlichen Donauschiffe kennt ja jeder, drei Ebenen, die sehen ja wirklich, na sagen wir mal, nicht schön aus. Die werden entkernt, mit viel Holz ausgestattet, sodass es in unsere Welt passt. Ein Superprojekt!

Wann wird es in Betrieb genommen und auf welcher Strecke wird es verkehren?

Im September kommt es zum Umbau in die Werft und im Mai soll es zugelassen werden. Es fährt dann zwischen Regensburg, Passau und Linz. 

Letzte Frage: Sind Sie als Privatmensch gerne Gastgeber?

Ja, und wie, schon immer, das war der Grund dass Freunde sagten, du musst ein Restaurant, ein Hotel machen. Ich habe immer Besuch, immer. Auf Mallorca sind ständig Freunde und können auch in meiner Abwesenheit Urlaub machen. Ich freue mich, wenn das Haus belebt ist und nicht leer steht.

Auf einen Blick

Barefood Deli Hamburg

www.barefooddeli.de

 

Barefoot Hotel Timmendorfer Strand

www.barefoothotel.de

 

Barefoot Addo Elephant Lodge South Africa

www.barefootaddo.co.za


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