Crowdinvesting

Crowdinvesting: Chancen, Risiken und Online-Portale

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Als alternative Finanzierungs- und Investitionsform ist das Crowdinvesting in verschiedenen Bereichen der FinTech-Branche auf dem Vormarsch. Eine größere Zahl von kleineren Anlegern, genannt Mikroinvestoren, beteiligt sich an der Finanzierung von Projekten, beispielsweise Immobilienvorhaben oder Start-ups. Auf Online-Plattformen werden Anleger und finanzierungsbedürftige Vorhaben zusammengeführt.

Crowdinvesting: Definition, Abgrenzung und Funktion

Beim Crowdinvesting beteiligen sich mehrere Mikroinvestoren mit überschaubaren Summen an verschiedenen Projekten. Anleger haben hierbei eine Aussicht auf eine langfristige Rendite bei Erfolg des Vorhabens. Crowdinvestoren stellen rechtlich dabei keine Anteilseigner beziehungsweise Miteigentümer dar. Sie sind viel mehr über stille Beteiligungen oder Genussrechte an den Projekten beteiligt. Rechtlich stehen sie damit zwischen Genussscheininhabern und Aktionären. Jeder Mikroanleger erwirbt beim Crowdinvesting einen kleineren Anteil an einem Projekt, etwa an einem Start-up oder an einer Immobilie. Im Gegenzug wird er an den Gewinnen oder Veräußerungserlösen beteiligt. Die zu finanzierenden Projekte profitieren von der großen Zahl der Anleger, durch die kleine Beteiligungen zu einem größeren Betrag gebündelt werden.

Abzugrenzen ist das Crowdinvesting vom Crowdfunding. Letzteres stellt eine andere Form der Schwarmfinanzierung dar, bei der eine größere Zahl an Interessierten eine jeweils überschaubare Spende leistet. Beim Crowdfunding zählt mehr der Wunsch, ein überzeugendes Projekt zur Blüte zu bringen. Beim Crowdinvesting spielt hingegen die Aussicht auf eigene Rendite eine große Rolle.

Aktuelle Entwicklungstrends im Crowdinvesting

Crowdinvesting stellt einen wichtigen Trend in der gegenwärtigen Welt der FinTechs (Finanztechnologie-Unternehmen) dar. Das Investitionsvolumen zeigt eine wachsende Tendenz. Nach den Daten des Crowdinvest-Erfolgsmonitors steigt die Anzahl der erfolgreich abgeschlossenen, via Crowdinvesting finanzierten Vorhaben seit den letzten fünf Jahren an. Mit der Zahl der erfolgreichen Projekte steigt auch die gesamte Investitionssumme, die der Schwarm in die Finanzierung dieser Projekte hat fließen lassen. Dies hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bereits zu strikteren Regulierungen veranlasst.

Crowdinvesting als Anlageform: Eignung, Stärken und Schwächen

Als ungewisse und damit weitgehend spekulative Anlageform eignet sich das Crowdinvesting für die Investition kleinerer Summen. Darin liegt auch eine Stärke der Anlageform: da mehrere Investoren an einem Vorhaben beteiligt sind, ist das Risiko des Einzelnen aufgrund der geringen Investitionssumme vergleichsweise gering. Beobachter sprechen bei dieser Form der Schwarmfinanzierung mitunter von einer Demokratisierung im Investment. Der Einfluss einzelner ist aufgrund der Aufteilung der Investitionssumme auf viele Beteiligte begrenzt. Die direkte Beteiligung am Vorhaben ermöglicht es Crowdinvestoren zudem, die unterstützten Vorhaben entscheidend mitzugestalten und beispielsweise eigene Vorschläge miteinfließen zu lassen.

Größte Schwäche der Anlageform ist das Risiko des Totalverlusts des eingesetzten Kapitals. Bei fehlschlagenden Projekten ist das investierte Geld verloren und ein Rückzahlungsanspruch bei Insolvenz nicht vorgesehen. Das Crowdinvesting erfordert hohes Branchen- und Insiderwissen. Die Vielfalt der zu finanzierenden Vorhaben ist groß und eine Beteiligung als Mikroinvestor ist solchen Personen zu empfehlen, die über hinreichend branchenbezogene Informationen und genügend Sachverstand verfügen, um den Erfolg von Projekten korrekt einschätzen zu können.

Crowdinvesting-Portale

Interessierte Investoren finden Möglichkeiten zur Beteiligung an Crowdinvesting- Vorhaben im Wesentlichen auf Online-Portalen. Diese sind meist spezialisiert und bieten ganz bestimmten Projekten einen Marktplatz. Diese Vorhaben reichen von Unternehmensgründungen über Immobilien bis hin zu technischen Innovationen und Patenten. Auch Musik, Kulturprojekte und Kunst werden immer wieder via Crowdinvesting finanziert. Für das Immobilien-Crowdinvesting bietet das Hamburger Portal Exporo seit 2014 eine erfolgreiche Plattform. Mikroinvestoren können sich bereits mit geringen dreistelligen Beträgen an Bau- und Immobilienvorhaben beteiligen. Da zwischen Investor und Projekt keine Banken stehen und die Vermittlung auf direktem Wege erfolgt, ist mit Jahresrenditen zwischen vier und sechs Prozent zu rechnen.

Fazit

Interessant ist das Crowdinvesting für Kenner und Insider der jeweiligen Branche. Portale sind spezialisiert und ermöglichen die Beteiligung an speziellen Projekten wie Immobilien, Start-ups oder auch Kunst und Kultur. Die überschaubaren Beträge halten das Risiko gering, doch ist beim Fehlschlagen der mitfinanzierten Projekte mit einem Verlust des eingesetzten Kapitals zu rechnen. Bei realistischer Einschätzung der Vorhaben können Anleger mit branchenbezogenem Wissen aber mit guten Renditen rechnen.


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