Air Berlin Verkauf

Air Berlin Verkauf: Bundesregierung trifft widersprüchliche Aussagen

© Air Berlin

22. August 2017 – Das Spekulationen-Karusell rund um den Air Berlin Verkauf dreht sich weiter. Nun sorgt das Bundeswirtschaftsministerium mit widersprüchlichen Aussagen zur Zukunft der Fluggesellschaft für Verwirrung. Dabei bekommt vor allem Ministerin Brigitte Zypries Gegenwind aus dem eigenen Haus. 

Seit die deutsche Fluggesellschaft vergangene Woche den Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung stellte, reißen die Spekulationen rund um den Air Berlin Verkauf nicht ab. Nun sorgt der Ausspruch von Ministerin Brigitte Zypries für eine Stärkung des deutschen Marktführers Lufthansa für Irritation: „Ich würde es begrüßen, wenn die Lufthansa größere Anteile von Air Berlin übernimmt“, sagte die SPD-Politikerin dem Handelsblatt am Montag, 21. August. Die Lufthansa sei „ein Champion im Luftverkehr“, so e Zypries und verwendete damit denselben Begriff wie zuvor Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU).

Air Berlin Verkauf: Wirtschaftsministerium wiegelt ab

Auf die Aussage hin betonte ein Sprecher des Wirtschaftsministerium am Montag vor Journalisten in Berlin, dass es vor allem entscheidend sei, eine wettbewerblich abgesicherte Lösung im Interesse der Air-Berlin-Beschäftigten. „Wir sind weder für noch gegen einen bestimmten Interessenten“, zitiert das Branchenportal aero.de den Sprecher.

In einem anderen Punkt bekam Zypries Gegenwind von Seiten des Finanzministeriums. So erklärte sie im genannten Interview mit dem Handelsblatt die 2011 eingeführte Luftverkehrssteuer als „einseitig benachteiligend für die deutschen Luftverkehrsunternehmen“. Widerworte kamen aus dem Bundesfinanzministerium. Eine Sprecherin entgegnete, es bestehe nicht die Absicht, die Steuer zu streichen. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) begrüßte hingegen den Vorstoß von Zypries. BDL-Präsident Stefan Schulte sagte dem „Handelsblatt“: „Die Abschaffung der Luftverkehrssteuer würde die Wettbewerbsverzerrung zu Lasten deutscher Fluggesellschaften und Flughäfen deutlich reduzieren.“

 

Air Berlin Verkauf: Der Stand der Dinge

Noch gibt es in Sachen Air Berlin Verkauf keine neuen Erkenntnisse. Seit Freitag laufen Gespräche zwischen der insolventen Fluggesellschaft und Lufthansa. Unklar ist, inwieweit andere Interessenten darin eingebunden sind. Neben Lufthans gelten die britische Billiglinie Easyjet, Tuifly sowie die Thomas-Cook-Tochter Condor als aussichtsreichste Kandidaten.

Zudem bot der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl eine Komplett-Übernahme an, die jedoch vom Bund abgelehnt wurde. Wöhrl kritisierte daraufhin die große Koaltion, die mit Steuergeldern nicht mehr für Wettbewerb sorge, sondern ein Monopol schaffe. Die Bundesregierung hatte Air Berlin kurz vor dem Insolvenzantrag in der vergangene Woche einen Brückenkredit in Höhe von 150 Millionen Euro gewährt. Das kritisierte vor allem Ryanair und rügte das Vorgehen als Wettbewerbsverzerrung.


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