SeaNet Matty Zadnikar

SeaNet: Interview mit CEO Matty Zadnikar

© PR / SeaNet

Früher waren Yachten Statussymbole, die man gänzlich besitzen wollte. Heute denken die Menschen anders über Besitz nach, ist sich Matty Zadnikar sicher. Der Belgier gründete das Unternehmen SeaNet, das Co-Ownerships für Superyachten möglich macht – und einige weitere Vorteile bietet. Wird dadurch Yachtbesitz machbar für den Mittelstand? THE FREQUENT TRAVELLER traf Zadnikar zum Gespräch…

 

Herr Zadnikar, wie laufen die Geschäfte?

 

Sehr gut, vielen Dank der Nachfrage, wir beobachten einen stetigen Zuwachs an interessierten Personen, die mehr über unser einzigartiges Co-Ownership-Modell erfahren möchten.

 

Erklären Sie uns bitte kurz ihr Geschäftsmodell: Was bietet SeaNet für einen USP?

 

Wir bieten unseren Kunden die Möglichkeit, eine Super-Yacht zu besitzen und dabei alle Vorteile und Privilegien, den dieser Besitz mit sich bringt, zu nutzen – allerdings ohne sich dabei um Schattenseiten eines Yacht-Eigentums wie das Management, die hohe Investition sowie laufende Kosten, Crew etc. kümmern zu müssen. Unsere Kunden genießen 100% Quality Time mit ihren Familien und Freunden.

SeaNet Interview Matty Zadnikar

© PR / SeaNet

 

Wenn ich nun ein Co-Owner einer Yacht wäre: Wie genau muss ich mir den Ablauf vorstellen, wenn ich beispielsweise nächsten Monat mit Freunden auf meine Yacht möchte? 

 

Sehr einfach und unkompliziert. Wir bieten maßgeschneiderte Pakete an, komplett abgestimmt auf die persönlichen Anforderungen unserer Kunden. Unsere Yachteigentümer mit einer Yacht zu 25% erhalten beispielsweise 7 Wochen garantierten Besitz ihrer Super-Yacht pro Jahr – einschließlich zwei Wochen in den gefragten Sommermonaten (Juli & August). Ihre Annahme aufgreifend,  würde es nächsten Monat für Sie und Ihre Freunde schon ein herzliches „Willkommen an Bord Ihrer eigenen Yacht“ bedeuten.

 

Wie und wann entstand die Idee dazu? Und wie haben Sie diese finanzieren können?

 

Nachdem ich mein früheres Unternehmen, das im Öl & Gas-Sicherheitsservice positioniert war im Jahr 2013 verkauft habe, gönnte ich mir ein Sabbatjahr an Bord von „MisterZ“, meiner damals ausschließlich privat genutzten Yacht. Schnell erkannte ich, dass ich mich entschieden zu jung für den Ruhestand fühle und es entstand der  Gedanke meine Bootsleidenschaft mit meiner Unternehmer-DNA zu verbinden. Während des Sabbaticals habe ich mit unzähligen Yachtbesitzern gesprochen. Sie alle waren sich über die zahlreichen Nachteile des Yachtbesitzes einig, die sie dem gewonnenen Luxus gegenüberstellten:  hohe Ausgaben, oft wechselnde Besatzung, hoher Zeitaufwand für das Management, Charterprobleme, hohe Investition.

So wurde SeaNet Europe nach einer ausgiebigen Studie von Unternehmen in den USA geboren, wo dieses Modell bereits seit einigen Jahren erfolgreich etabliert ist.

SeaNet Interview Matty Zadnikar

© PR / SeaNet

 

In den nächsten fünf Jahren steht ein 32 Millionen Euro Investment bei SeaNet Europe an – woher kommt dieses Geld?

 

Aus dem glücklichen Verkauf meiner Unternehmensgruppe.

             

Wer gehört zu Ihren Kunden – nur die Superreichen oder könnten sich beispielsweise auch gehobene Mittelständler Ihr Angebot leisten? 

Unser Modell spricht nicht nur die Superreichen an. Wir sind dafür offen, wenn sich mehrere Familienmitglieder oder Freunde zusammentun, um gemeinsam 25% einer Super-Yacht zu besitzen. 7 Wochen pro Jahr auf einer Yacht sind für viele Besitzer ohnehin zeitlich kaum realisierbar.   

SeaNet Interview Matty Zadnikar

© PR / SeaNet

 

Hand aufs Herz: Was kostet so eine Beteiligung an einer Yacht in konkreten Zahlen?

 

Das ist kein Geheimnis und kann ganz offen und transparent angesprochen werden. Es sind 2.450.000 Euro für einen 25-Prozentigen Besitz einer knapp 30 Meter langen Super-Yacht der italienischen Traditionswerft Benetti , der 7 Wochen Besitz während der Yacht-Saison von April bis Oktober garantiert, inklusive 2 Wochen in den Sommermonaten Juli oder August. 

 

Wieso denken Sie ist ihr Geschäftsmodell zeitgenössisch und modern?

 

Die Menschen denken über Besitz anders, als noch vor wenigen Jahren. Unsere Kunden wollen ihre Ressourcen intelligent nutzen und haben oftmals mehrere Häuser oder Wohnungen, die auch im Co-Ownership-Modell genutzt werden. Warum 12 Monate bezahlen, wenn Sie Ihren Besitz nur 1 Monat pro Jahr nutzen können? Der Schlüsselgedanke dabei ist, die Gegenüberstellung der realen Nutzung des Eigentums mit dem Aufwand für das Management sowie die Investition an sich.

Einige Unternehmen bieten bereits sogenannte „Co-Ownerships“ an: Netjets für den Bereich der Privatjets, SeaNet nun für den Bereich der Super-Yachten. Der zeitgenössische Gedanke wird auch im Car-Sharing von Firmen wie BMW oder Opel gelebt.

SeaNet Interview Matty Zadnikar

© PR / SeaNet

Wie wird Ihr Unternehmen angenommen?

 

Wir verzeichnen großes Interesse aus Skandinavien und Großbritannien. Der europäische Markt ist zwar eher konservativ, birgt in unseren Augen aber sehr viel Potenzial insbesondere, wenn man an Modelle wie Airbnb oder Uber denkt. Auch in Deutschland gibt es Visionäre, die sich von der alten Denkweise über Status-Symbole wie Yachten lösen, und offen gegenüber innovativen, smarten Eigentums-Modellen sind.

 

Was bieten Sie über das Co-Ownership-Modell hinaus? Gibt es Extra-Service?

 

Allerdings, wir bieten vollen Concierge-Service inklusive einer Personalisierung der Yacht, viel Erfahrung sowie zwei rotierende, freundliche und vollständig verwaltete Crews pro Yacht.

 

Wohin soll es mit SeaNet in den nächsten Jahren gehen?

 

Unsere Vision für SeaNet ist es, den exklusivsten Club der Welt zu kreieren.  Für seine Mitglieder bedeutet das, eine Yacht-Flotte im Mittelmeer, die alle attraktiven Standorte in Europa abdeckt und den Besitzern gestattet, diese im Austausch nutzen zu können. So kann der Co-Eigentümer mit seiner Yacht in Kroatien mit dem Co-Eigentümer in Mallorca, Südfrankreich oder Italien tauschen.

 

Weitere Infos: http://www.seanetco.eu/de/


Vorheriger Artikel eHotel: Chef Fritz Zerweck im Interview Nächster Artikel Thomas Kirner vom Frankfurt Airport im Interview: „Der Erl ...