Geschaeftsreisen der zukunft

Geschäftsreisen der Zukunft: Die Ära der Digital Natives

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Sie reisen und arbeiten, haben nicht unbedingt einen festen Wohnsitz, brauchen lediglich einen Laptop und trennen kaum mehr zwischen Arbeit und Freizeit: Digital Natives – so heißt die Generation der heute 18- bis 35-Jährigen, zu Deutsch: digitale Ureinwohner. Sie verändern derzeit nicht nur die Welt der Arbeit, sondern auch die Welt der Business Trips? Wie sehen die Geschäftsreisen der Zukunft aus? Damit beschäftigt sich der Zukunftsworkshop VDR-TrendsPort,zu dem sich jedes Jahr Mitglieder des Verbandes treffen, um sich mit der geschäftlichen Mobilität von Morgen zu beschäftigen. Wie stellen die wichtigsten Trends vor.

Geschäftsreisen der Zukunft – Trend #1: Der Arbeitsplatz reist mit

Die gängige Präsenzkultur am Arbeitsplatz ist eingestaubt – einen klassischen nine-to-five-job wird es langfristig nicht geben. Flexibilität und Mobilität in allen Bereichen sind bei deutschen Unternehmen stattdessen gefordert. So werden Geschäftsreisen in Zukunft nicht mehr das Unterwegssein zu Terminen sein. Der Arbeitsplatz reist quasi mit. Was für Travel Manager vor allem bedeutet, künftig neben Flügen und Hotels, auch Hard- und Software und die Verknüpfung zu bestimmten Systemen und Servern des Unternehmens bereitzustellen. Damit aber steigen auch die Anforderungen an die persönliche Sicherheit der Beschäftigten und an den Schutz sensibler Daten, auf die sich von überall her zugreifen lässt.

Geschäftsreisen der Zukunft – Trend #2: Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit lösen sich auf

Damit hängt auch der zweite Trend in Sachen Geschäftsreisen der Zukunft zusammen: Die Grenzen zwischen Freizeit und Arbeit changieren bei den Digital Natives. Es wird jederzeit und überall gearbeitet – oder zumindest besteht die Option dazu. An klassische Dienst- und Privatzeiten wird sich nicht mehr gehalten. Auch wird pünktlich zum 67. Lebensjahr nicht Schluss gemacht – einfach, weil die Digital Natives Lust haben, weiterzumachen oder weil zwischendurch mal ein Sabbatical eingelegt wurde. Darauf muss auch das Travel Management entsprechend reagieren, da ein 70-jähriger Mitarbeiter nicht mehr so agil ist wie ein 30-Jähriger und somit Punkte wie Barrierefreiheit in Hotels und Vekehrsmitteln berücksichtigt werden sollten.

Geschäftsreisen der Zukunft – Trend #3: Die neue Work-Life-Balance

Nur weil es möglich ist, immer und überall zu arbeiten und Digital Natives ohne die eingestaubte Stechuhr arbeiten werden, wird die Work-Life-Balance darüber hinaus nicht vergessen. Das Ideal: Ein ausbalanciertes Leben, das Vermeiden von Stress – und  zwar auch bei den Geschäftsreisen der Zukunft. Buchen, umbuchen, unterwegs sein, kommunizieren, abrechnen: All dies muss einfach und bequem zu erledigen sein. Dafür sind Travel Manager zuständig: Sie müssen entsprechende Software oder Systeme bereitstellen, die es ermöglichen, von unterwegs leichter zu kommunizieren und die Buchungen vereinfachen. Konkret sind damit Apps gemeint oder virtuelle Bezahlmöglichkeiten.

Geschäftsreisen der Zukunft – Trend #4: Besitz verändert sich

Digital Natives haben weniger Interesse daran, Produkte zu besitzen. Wichtiger ist der Zugang dazu. Das lässt sich bereits heute erkennen: Dienstwagen sind in Zeiten des Carsharing beispielsweise nicht mehr immer notwendig. „Erste Unternehmen wie der mit dem Award des TIC ausgezeichnete Pharmakonzern Daiichi Sankyo Europe formulieren flexible Mobilitätskonzepte, die eine starre Dienstwagenregelung ersetzen“, heißt es auch im Branchenmagazin BizTravel. So teilen sich beispielsweise die jüngeren Angestellten des Unternehmens einfach einen PKW. Die Devise gilt: Teilen statt haben.

Geschäftsreisen der Zukunft – Trend #5: Auf der Reise auch persönliche Eindrücke gewinnen

Einst war es en vogue, nur für ein Meeting ein mal rasch nach Dubai zu reisen und am nächsten Tag wieder zurückzukehren. Das reicht den Digital Natives aber nicht. Nicht nur Arbeit und Freizeit verschieben, auch Dienst-und Privatreisen werden bald eins. Das heißt: Die persönlichen Erfahrungen und Eindrücke auf dem Business Trips sind ebenso wichtig, wie die Konferenzen und Geschäftstreffen. Die Menschen wollen etwas erleben. Das stellt Travel Manager vor die Herausforderung, rechtliche, finanzielle und organisatorische Überschneidungen von Dienst- und Privatreise zu definieren.

Geschäftsreisen der Zukunft – Trend #6: Virtuelles Kommunizieren

Es sollte kaum verwundern: Aber Digital Natives teilen Meinungen und Erfahrungen miteinander – und zwar virtuell. Das heißt: Die Erfahrungen, die sie auf einer Geschäftsreise gesammelt haben, teilen sie anderen mit und fordern dafür Interaktion und Feedback ein. So sollte in Zukunft für Travel Manager eine moderne Kommunikationsstrategie nicht einseitig verlaufen. Erste Unternehmen haben für das virtuelle Kommunizieren der jüngeren Mitarbeiter bereits eigene Social-Media-Plattformen eingerichtet. Hier kann sich die Reise Community formieren und informieren. Der Vorteil: Über derartige Plattformen lassen sich Sicherheits- und Alarmhinweise verschicken, Fragen können direkt und unmittelbar beantwortet und Feedback der Reisenden gegeben werden.

Geschäftsreisen der Zukunft: Manches bleibt beim Alten

Auch wenn sich die Business Trips verändern, so ist vieles davon noch Zukunftsmusik. „So handeln selbst die jüngeren „modernen“ Menschen nicht viel anders als die Angehörigen älterer Generationen. Oder sie wechseln ihr Verhalten: mal virtuell, mal klassisch“, schreibt das Branchenmagazin BizTravel. Und was auch weiterhin zur wichtigsten Aufgabe des Travel Managers innerhalb eines Unternehmens gehört, ist das Einsparen von Reisekosten. Die neuen Aufgaben, die durch die Ära der Digital Natives auf Travel Manager zukommen, sind dieser obersten Maxime immer untergeordnet.

Intelligentes Gepäck, WLAN an Board und das Ausbrechen aus strengen Dresscode-Regeln: Das hier sind die aktuellen Trends bei Geschäftsreisen im Jahr 2017.


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